Kleinkinder außer Rand und Band, Zehnjährige, für die Respekt vor Eltern und Lehrern ein Fremdwort ist, 17-Jährige, die nicht mehr arbeitsfähig sind - Kinder an die Macht? Gesellschaftliche Fehlentwicklungen und eigene Probleme von Erwachsenen verhindern, sich abgegrenzt und strukturierend gegenüber dem Kind zu verhalten und diesem dadurch eine normale Entwicklung seiner Psyche zu ermöglichen. Stattdessen wird es zunächst partnerschaftlich, dann symbiotisch vereinnahmt und kann niemals eine eigene Persönlichkeit entwickeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2008
Die von Michael Winterhoff tiefenpsychologisch diskutierten Thesen zur "Wellness-Pädagogik" und deren Folgen findet Sandra Kegel durchaus bedenkenswert. Schade nur, meint sie, dass der Autor seine Erkenntnisse derart übertrieben darstellen muss und die vermeintliche gegenwärtige Erziehungsmisere auf die antiautoritären Konzepte der 70er und 80er zurückführt. Kegel entlockt das allenfalls ein Gähnen sowie die Frage, ob die hier als so beziehungs- wie erziehungsuntauglich dargestellten Eltern von heute wirklich so schlecht sind wie Winterhoffs Fallbeispiele es nahelegen und ob sich gesamtgesellschaftliche Thesen so ohne weiteres auf die einzelne Familie anwenden lassen.
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