Mit Abbildungen. Sie war der erste weibliche Superstar des 20. Jahrhunderts - kompromisslos und radikal. Die Tänzerin Isadora Duncan (1877 - 1927) war eine champagnertrinkende Rebellin mit Hang zum großen Drama und den falschen Männern. Ihrer Zeit stets ein Stück weit voraus, lebte sie eine Freiheit, die für Frauen bis dato undenkbar schien. Mit ihrer Kunst begeisterte sie die Massen. Auguste Rodin hielt sie für die bedeutendste Frau, der er je begegnet war, und es hieß, man müsse Isadora Duncan tanzen gesehen haben, um glücklich sterben zu können. Doch bei all ihrem Ruhm war die göttliche Isadora auch die Königin des Scheiterns, des Aufstehens und des Überlebens größter Katastrophen und Tragödien. Mit ungebrochener Leidenschaft für das Leben und einem schier unerschütterlichen Humor bot sie einem grausamen Schicksal die Stirn.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2021
Rezensentin Maria Wiesner lernt nicht nur viel über Isadora Duncan in Michaela Karls Biografie über die Avantgardetänzerin, sondern auch über die Belle Epoque, über Theaterrevolutionen und die New Yorker Oberschicht. 100 Zeitgenossen lässt Karl auftreten, um die Exzentrik ihrer Heldin zu illustrieren und ihre Lebensstationen zu beleben. Sichtbar wird für Wiesner die Energie der Duncan, aber auch ihre Tragik, so anhand ihrer gescheiterten Ideen zu einem Musentempel in Griechenland und einer Tanzschule im Grunewald. Dass die Autorin sich mit Urteilen weitgehend zurückhält, gefällt Wiesner gut.
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