Valeska Gert (1892-1978) zählt zu den bekanntesten Tänzerinnen der Weimarer Republik. In satirischen und grotesken Tanz- und Kabarettgestaltungen zeichnete sie das Bild ihrer Zeit und porträtierte in wenigen Bewegungen Momente des alltäglichen Lebens. Sie zeigte das Straßenmädchen und die feine Modedame, die Diseuse und die Kupplerin, den Sport und den Charleston. Aber sie tanzte nicht nur für das Theaterpublikum, sondern auch für Fotografinnen und Fotografen wie Lili Baruch, Suse Byk, Lotte Jacobi, Erna Lendvai-Dircksen, Elli Marcus, Otto Umbehr und Man Ray. Dass diese Fotografien - die in diesem Band in all ihrer Vielfalt abgedruckt werden - auch eine Zeitreise in die Tanz-, Kultur- und politische Geschichte der 1920er- und 1930er-Jahre sind, zeigen die Beiträge von Kate Elswit, Hedwig Müller und Frank-Manuel Peter.
So richtig begeistert ist Franziska Buhre nicht von diesem schmalen Bildband über die Tänzerin Valeska Gert. Dass Gert eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Weimarer Republik war, kann sie hier kaum erkennen. Nicht zuletzt, da die Fotos im Band ohne Datums- und Herkunftsangabe sind - für Buhre erschreckend. Immerhin vermag die Rezensentin auch so Gerts Lust an der Verkleidung zu erkennen sowie ihr Arsenal an Gesichtsausdrücken und Posen. Auch wenn die im Buch enthaltenen Theorien der Tanzforscherin Kate Elswit Buhre nicht vollständig überzeugen, scheint ihr das gleichfalls aufgenommene Werkverzeichnis doch immerhin geeignet als Ausgangspunkt für "erhellende Einsichten".
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