Michel Serres

Aufklärungen

Gespräche mit Bruno Latour
Cover: Aufklärungen
Merve Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783883962429
Kartoniert, 300 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Gustav Roßler. Bruno Latour unterhält sich in fünf Gesprächen mit Michel Serres über dessen Zugang zur Wissenschaft, die Geschichte der exakten Wissenschaften, die Literatur, die Philosophie, das Ende der Kritik und die Weisheit. Sie behandeln die maßgeblichen Themen der Arbeiten Serres, der sich zu seinem Leitbild die Figur des Hermes ausgewählt hat und sein Denken an den Begriffen Kommunikation, Interferenz, Übersetzung und Distribution entlang entwickelt hat. "Es gibt ein Geheimnis Michel Serres: Sie sind zugleich sehr bekannt und sehr verkannt. Und das obwohl Ihre Bücher technisch gesehen zur Philosophie gehören. Darüber möchte ich gerne Aufklärungen. Sie beschreiten einen Weg, Sie gehen überall hin, in die Wissenschaften, die Mythen, die Literatur und gleichzeitig verwischen Sie oft die Spuren, die Sie zu Ihren Resultaten gebracht haben."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2009

Hocherfreut ist Felix Philipp Ingold darüber, dass dieser im Original bereits 1992 erschienene Band, der den Philosophen Michel Serres im Gespräch mit dem Soziologen Bruno Latour zeigt, endlich in deutscher Übersetzung vorliegt. Trotz des zeitlichen Abstands muten ihn die Gespräche höchst aktuell an, scheinen ihm darin doch alle inzwischen eingetretenen Krisen und Katastrophen vom internationalen Terrorismus über den Klimawandel, zunehmende Armut bis zur Wirtschaftskrise nicht nur benannt, sondern auch "in ihren Ursachen erkannt" und "in ihren Konsequenzen bedacht". Die Serres immer wieder vorgeworfene Dunkelheit und Schwierigkeit seiner Texte rührt für Ingold daher, dass dieser diskursive Ordnung und Logik sowie wissenschaftliche oder philosophische Terminologie strikt vermeidet. Gerade darum haben ihn die Gespräche aber auch fasziniert und so schwärmt er vom "hinreißenden, zwischen Provokation, Spekulation, Offenbarung und Plattitüde ständig oszillierenden Redefluss". Wirklich resümieren lassen sich die Gespräche in seinen Augen nicht, allenfalls ließen sie sich in Zitaten vor Augen führen. Ingold jedenfalls sieht in ihnen "große Literatur aus vielen kleinen Quellen?, deren Lektüre er nur empfehlen kann.
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