Mikael Ross, Nicolas Wouters

Totem

Cover: Totem
Avant Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783945034521
Gebunden, 128 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Claudia Sandberg. Tagelanger Regen, Morast, ein tiefer geheimnisvoller Wald - und das soll ein ein Sommercamp sein? Noch dazu hat es Louis als Sonderling besonders schwer, sich in die Sitten und Gebräuche der Pfadfindertruppe einzuordnden. Als dann noch ein mysteriöses Untier den Wald unsicher macht und er sich mit den anderen Neulingen durch ein harsches Initiationsritual kämpfen muss, wird aus dem Spiel Ernst. Louis muss sich einer Probe stellen, die ihn hinab in unbekannte Tiefen seines Selbst führen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.11.2016

Och, schon wieder so eine autobiografische Coming-of-Age-Geschichte. Langweilig, denkt Rezensent Christoph Haas, wird dann aber ganz schnell eines besseren belehrt. Die Geschichte vom jungen Louis, der sich vor der brutalen Kindergesellschaft eines Pfadfinderlagers in ein Reich zwischen Traum und Wirklichkeit flüchtet, in dem ein Leopard eine zentrale Rolle spielt, hat Haas richtig mitgenommen. Dazu kommt, dass die "betörenden" Zeichnungen von Mikael Ross, überraschend klein für einen so großen Band, der Geschichte etwas klaustrophobisches verleihen. Selbst die Versöhnung am Ende legt nahe, dass Frieden nur temporär zu haben ist. Meisterhaft abgründig, findet Haas.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

Von wohligem Schaudern und Gruseln berichtet Rezensent Gottfried Knapp nach Lektüre dieses Comics über einen schmächtigen Jungen, der beim Pfadfinderlager all die sinnlosen Rituale und demütigenden Blödsinnigkeiten, die typisch sind für solche Veranstaltungen, über sich ergehen lassen muss - bis er eines Tages hinter eine Fuchsmaske schlüpft und sein eigenes, inneres Tier freisetzt. Es sind nicht nur die unguten Erinnerungen an eigene, ähnliche Jugenderlebnisse, die den Kritiker von diesem sogartig wirkenden Comic überzeugen. Sondern auch der ausdrucksstarke Zeichenstil, in dem diese bis zum Ende uneindeutig zwischen Realität und Fantasie changierende Geschichte eine Parabel darauf bildet, welche "fast anarchischen" Bilder sich in einem Menschen bilden, der von unbewussten Ängsten getrieben ist.
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