Herausgegeben von Mike Sandbothe. In der internationalen Gegenwartsphilosophie vollzieht sich derzeit eine Renaissance der klassischen Autoren des angelsächsischen Pragmatismus. Charles S. Peirce, William James, George H. Mead, Ferdinand C. S. Schiller und John Dewey werden unter den Bedingungen des "linguistic turn" neu gelesen und als demokratietheoretisch gehaltvolle Alternativen zu Dekonstruktivismus und Postmodernismus empfohlen. Zugleich dienen pragmatische Denkfiguren dazu, das begriffliche Instrumentarium des modernen Denkens für ein wirklichkeitsnahes und handlungsbezogenes Philosophieren nutzbar zu machen. Zu den von Mike Sandbothe gewonnenen Autoren gehören unter anderem Richard Rorty, Robert Brandom, Hilary Putnam und Albrecht Wellmer. Das Buch führt vor Augen, daß die Vorstellung von einer scharfen Trennung zwischen den philosophischen Traditionen des analytischen und des kontinentalen Denkens zu einem Anachronismus geworden ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.01.2001
Ludger Heidbrink sieht Verdienste aber auch die "Grenze" dieses Buchs, das verschiedene Beiträge zur gegenwärtigen Debatte über Wirklichkeitsauffassung versammelt. Der Band "dokumentiere" diese Auseinandersetzung mit Aufsätzen "neopragmatischer" Philosophen wie Brandom, Putnam, Welsch u. a.. Allerdings kritisiert der Rezensent, dass sich die Autoren die Begriffe zuspielen wie "beim Tischtennis" und um Nuancen streiten, ohne dass der philosophische Ansatz an sich diskutiert werde. Und so findet er das Ergebnis dieser Debatten auch nicht besonders spannend, er äußert gar den Verdacht, dass die Lösung der aufgeworfenen Fragen für die Welt keinen "praktischen Unterschied" macht und dass häufig "Scheinprobleme" verhandelt werden. Auch moniert er, mit der Gegenseite - der kontinentalen Philosophie - werde sich gar nicht richtig auseinandergesetzt. So bleibe das Ganze eine etwas einseitige Sache.
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