Aus dem Englischen von Wolfram Karl Köck. Wer in der aufklärungsmüden Gegenwart noch mit fester Stimme von Wahrheit als Ziel und von Objektivität als Norm spricht, muss mit Misstrauen rechnen. Der englische Philosoph Crispin Wright hält Wahrheit und Objektivität allerdings nicht für Illusionen. In Auseinandersetzung mit Wittgenstein, Putnam und Davidson entwickelt er ein kulturinvariantes Verständnis von Wahrheit. Wright kombiniert dabei auf überraschende Weise Pluralismus und Rationalismus und kommt zu dem Ergebnis, dass es einen Minimalsinn von Wahrheit gibt, der unterschiedliche Ausprägungen im Bereich der Naturwissenschaften und der Moral erfahren kann. Die deutsche Übersetzung enthält zusätzlich eine aktuelle Bibliographie zur anhaltenden Debatte über "Wahrheit und Objektivität".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2001
Wenn der Autor von der sprachanalytischen Warte aus ansetzt, die Bedeutung des Wortes "wahr" zu erklären, findet Michael Hampe das ziemlich "interessant". Interessant ist der Aufwand an Scharfsinn, mit dem realistische und antirealistische Positionen und Kontexte herausgearbeitet werden. Interessant ist die Weise, wie hier Putnams "interner Realismus" als Idealismus entlarvt wird. Interessant ist schließlich auch "Wrights Abgrenzung von dem viel diskutierten, an Wittgenstein anschließenden 'Regelidealismus'." Weniger interessant, aber wichtig dagegen der Hinweis des Rezensenten am Ende seiner Besprechung: Wer das Angebot des Autors an "Revisionen unseres Verständnisses wissenschaftlicher, moralischer und ästhetischer Wahrheit" nutzen möchte, sollte sich mit analytischer Wahrheitstheorie bereits auskennen.
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