Um unscheinbare Dinge und alltägliche Stoffe geht es. Die können Erinnerungen und Erkenntnisse wecken, Atmosphären entfalten, Stimmungen prägen, zu Hintergedanken provozieren, beunruhigen und trösten. Oft aber wird die frische Wahrnehmung des Offensichtlichen durch eine Dornenhecke aus abstraktem angelernten Wissen verstellt und verdunkelt. Ist dieses Hindernis überwunden, beginnen die Dinge und Materialien zu reden, über sich und über sich hinaus.
Wolfgang Müller hat das Buch eines Welt- und Detailbeobachters und originellen Denkers gelesen, und weil selbiger auch das Formulieren beherrscht, konnte der Rezensent sich mal lächelnd, mal nachdenklich den Bildern hingeben, die ihm die Lektüre eingab: "Schon befand ich mich in trüber Nachkriegszeit, wo die schönen, dreieckigen Bucheckern zu gelblichem, armseligem Öl gepresst wurden." Dann in Peru, wo der Autor der Ansicht einer schulischen Froschsezierung ein Plädoyer wider den rationalen Erkenntnisdrang anschließt. Dann in Island bei der Elfenbeauftragten. Eine andere Art von Essay: "Kindheitserinnerung trifft Forschergeist", ästhetische Eindrücke vermischen sich mit Wissenschaft und versunkenen Schätze am Boden des Gedächtnisses. Fazit: "Mins Minssen hat eine sinnliche, anregende und mit feiner Ironie versehene Lektüre verfasst."
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