Gernot Böhme liest Goethes Faust als das große Lehrgedicht, das den Leser mit Faust durch die kleine und große Welt führt. Dabei ist der Blick nicht so sehr auf die dramatische Handlung gerichtet, als viel mehr auf die Inhalte. Die kleine Welt, das ist das Ringen um Erkenntnis oder gar Erleuchtung, das ist Eros und Sexualität, das ist die Beziehung der Geschlechter zueinander. Die große Welt, das ist die Welt der Wissenschaft und Technik, des Staates und der Wirtschaft und schließlich: Gott und Natur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2006
Als "höchst verständliche Einführung" in Goethes "Faust" lobt der "kom." zeichnende Rezensent dieses Buch von Gernot Böhme. Im Zentrum sieht er die in der Faust-Tragödie vermittelte Naturphilosophie Goethes. Böhme erläutere den Widerstand des Dichters gegen die neuzeitliche Entfesselung von Naturwissenschaft und Technik, und interpretiere Faust als Protagonist des modernen wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Dem Rezensent erscheint diese Deutung ebenso einleuchtend wie Böhmes Darlegungen, "dass Goethes altes Stück von uns handelt - unseren aktuellen Debatten über Gentechnologie, künstliche Intelligenz und virtuelle Realitäten". Gern folgt er dem Autor auch, wenn dieser über das Faustische der modernen Medien nachdenkt.
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