Miriam Dreysse, Florian Malzacher

Rimini-Protokoll

Cover: Rimini-Protokoll
Alexander Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783895811814
Gebunden, 232 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Alte Damen um die Achtzig, Teenager, arbeitslose Fluglotsen, gescheiterte Bürgermeisterkandidaten, Vietnamsoldaten, Trauerredner, Fernfahrer, Rechtsanwälte - immer stehen "echte Menschen" im Mittelpunkt der Inszenierungen von Rimini Protokoll. Selten findet die Auseinandersetzung mit der Realität so konsequent, radikal und zugleich einfühlsam, raffiniert und spielerisch statt, wie im Theater von Rimini Protokoll. Markenzeichen ihrer dokumentarischen Inszenierungen ist die Arbeit mit nichtprofessionellen Darstellern, die als "Experten" direkt aus dem Alltag auf die Bühne geholt werden. Auch mit der Auswahl außergewöhnlicher Spielorte u.a. der am politischen Veto gescheiterte Versuch, den ehemaligen Bundestag in Bonn zu bespielen (Deutschland 2, 2002), die Live-inszenierung eines Platzes in der Hannoveraner Innenstadt (Sonde Hannover, 2002) oder per Handy gesteuerte Spaziergänge durch Berlin Kreuzberg und Kalkutta (Call Cutta. Amobile phone theatre, 2005) machen Rimini Protokoll auf sich aufmerksam.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.01.2008

Katrin Bettina Müller hat sehr angeregt diesen Sammelband über die bekannte Theatergruppe Rimini-Protokoll durchgeblättert, der die verschiedenen Theaterprojekte dokumentiert. Der Kernpunkt der Arbeit von Rimini-Protokoll sei das besondere Augenmerk auf die Alltagswelt und immer wieder begegne man in den Stücken "Experten des Alltags", deren Arbeit so ihre Anerkennung finde, erklärt die Rezensentin. Der Sammelband arbeitet aber auch die theoretischen Hintergründe der Theaterstücke heraus: So untersucht beispielsweise Diedrich Diederichsen, wie sich die Arbeit der Gruppe von der Performance unterscheide, oder Gerald Siegmund, wie Rimini-Protokoll mit Erinnerung in ihren Stücken umgeht. Die Rezensentin ist der Meinung, dass Rimini-Protokoll auch das "schlechte Gewissen der Bildungselite" aufgrund seines eigenen eingeschränkten, weil theoretischen Erfahrungshorizonts bedient, was allerdings, wie Müller kritisch anmerkt, der vorliegende Band kaum zur Kenntnis nimmt.

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