Kein Fernsehkanal ohne psychologisierende Talk-Shows, keine Zeitschrift ohne Kummerecke, kein Kfz-Verkäufer ohne Psycho-Coach. Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert des Sigmund Freud. Die Theorien des Wiener Arztes und die seiner amerikanischen Gegenspieler haben Denken, Fühlen und Handeln der Menschen tiefgreifend verändert. Ob in der Arbeit, in der Liebe oder beim Sex - die Psychologie hat sich in jedem Lebensbereich unersetzlich gemacht. Miriam Gebhardt berichtet, wie es dazu kam.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.01.2003
Obwohl einige interessante Aspekte zum Therapienboom in diesem Buch stecke, ist die Rezensentin Andrea Rinnert mit Miriam Gebhardts Ausarbeitung des Themas nicht ganz zufrieden. Sie bemängelt, dass die Autorin nicht ausreichend auf die Faktorenvielfalt eingehe und kritisiert das etwas übereifrige Bemühen der Autorin, den " seit zwanzig Jahren anhaltenden Therapieboom" zu verteidigen - obwohl sie die These, warum es diesen Boom überhaupt gibt, für recht stichhaltig hält. Denn Gebhardt vermutet, dass sich "von Desorientierung bedrohte Einzelne" durch Therapien "Selbstvergewisserung" verschaffen könnten. Positiv vermerkt Rinnert einige durchaus interessante Gedankengänge, die die Psychologie als Begleiterin des Modernisierungsprozesses behandeln, denn die Autorin hat ein durchaus hehres Anliegen: sie möchte der "zunehmenden lebensweltlichen Mystifizierung und Popularisierung der Psychologie entgegenwirken".
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