Mit 80 Schwarzweiß-Tafeln. Herausgegeben von Maya Raviv-Vorobeichic. Limitierte Auflage. In "Paris", seinem herausragenden Avantgarde-Buch aus dem Jahr 1931, verbindet Moї Ver ein dynamisches Montageprinzip mit einer ausgeklügelten graphischen Gestaltung. Er definierte jede Doppelseite als Sinneinheit, die er so ausfüllte, dass jedes Umblättern nicht nur zu immer neuen Überraschungen führte, sondern das Buch insgesamt eine spannungsgeladene Rhythmisierung erhielt. Die Bilder dieses Bandes zeigen auf eindringliche Weise den Alltag auf den kopfsteingepflasterten Straßen im Paris der zwanziger Jahre. Doch Moï Ver entwickelte durch kaleidoskopische Überlagerungen und hektische Repetition eine ganze eigene, genuine Form der Umsetzung. Er stellte die experimentelle Bildkonstruktion ganz in den Dienst der sinnlichen Steigerung: Der Betrachter, der durch diese Seiten wandert, bekommt Lärm, Licht und Geruch förmlich zu spüren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.12.2004
Der Rezensent Daniel Kothenschulte kommt richtig ins Schwärmen angesichts der Wiederauflage dieses Bildbands über Paris. Dieses auf eine Stückzahl von 1000 limitierte Replikat des Fotobands des ehemaligen Bauhausstudenten und späteren Bildreporters Moi Ver (eigentlich Moshe Raviv-Vorobeichic) ist seiner Meinung nach "ein kleines Wunder der Vollkommenheit, ein Bekenntnis, dass in der Buchkunst nichts je vergessen werden darf". Thema der Fotos ist ähnlich wie bei dem Berlin-Film "Symphonie einer Großstadt" oder Vertovs "Der Mann mit der Kamera" die "Großstadtdynamik", die ein "einziger Bewegungsrausch" ist. Der Künstler arbeitet bei seinen Darstellungen viel mit der Technik der Überlagerung. Dabei neigt Moi Ver nach Ansicht des Rezensenten nicht zum "Imposanten, Monumentalen". Dafür interessieren ihn Details wie das Straßenpflaster oder auch die Wellen auf der Seine.
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