Twenty years after "Modern Lovers", a body of work on androgyny and transgender created when AIDS was at its peak, Bettina Rheims now presents "Gender Studies". In the light of current controversial debates on gender theory, Rheims's models display remarkable courage by questioning, modifying and celebrating their identities.
Rezensentin Tania Martini entpuppt sich als Kennerin von Bettina Rheims' fotografischem Werk, das um Obszönität und Voyeurismus und dabei auch um die Machtachsen zwischen Subjekt und Objekt des fotografischen Blicks kreist. Mit den hier vorliegenden, mit in Social-Media-Zusammenhängen rekrutierten Models entstandenen Arbeiten kehrt die Fotografin zu ihrer Auseinandersetzung mit androgyner Körperästhetik und dem Themenkomplex Transgender aus den späten 80ern zurück, erklärt die Kritikerin. Doch anders als damals herrscht hier nun keine den Betrachter aggressiv angehende, sondern eine eher sanfte, fragile, schüchterne Stimmung vor, führt Martini weiter aus. Und dadurch entsteht beim Betrachten ein sanftes, aber offenbar produktives Unbehagen - erfährt die Rezensentin hier doch, in welchem Blickregime sie sich gegenüber den porträtierten Menschen befindet. In deren Darstellungen sieht sie "Schmerz und Schönheit", während das Rheims' Setting die Individualität der Leute überdeckt: "Einzig der Schmerz bricht die Totale der seriellen Oberfläche", stellt Martini abschließend melancholisch fest.
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