Ilja Ehrenburg, El Lissitzky

My Paris

English - Russian
Cover: My Paris
Steidl Verlag, Göttingen 2005
ISBN 9783882439274
Gebunden, 236 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Gestaltet von El Lissitzky. erausgegeben von Heinz Graber. Das Paris von Ilja Ehrenburg kennt keinen Louvre und kein Notre-Dame, und es zeigt den Eiffelturm geduckt hinter schäbigen Fassaden und Bauholz. Das Paris, in dem der russische Revolutionär von 1908 bis 1940 lebte, war ein Ort, an dem sich ganz normale Menschen mit wenig Geld und Hoffnungen durchs Leben schlugen. Vor ihrer Haustür und im Cafe, bei der Arbeit und beim Warten, in ihrer Armut und Würde hat sie Ehrenburg fotografiert und in kurzen Texten beschrieben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.07.2005

Angetan zeigt sich der "Id." zeichnende Rezensent von Ilya Ehrenburgs erstmals 1933 erschienenem Paris-Buch, das "halb Stadtführer, halb Sozialreport" ist. Wie er berichtet, bietet der Band eine Sammlung von "liebevoll-kritischen Feuilletons", illustriert mit Fotos von Ehrenburg, der damals Zeitungskorrespondent in Paris war. "Sehr geschickt" findet der Rezensent, wie der Band Charme und Elend der französischen Hauptstadt vergegenwärtigt. Ehrenburg zeige Arbeiterkneipen und Stundenhotels, Straßencafes und Gefängnisse, Plakatwände und Schaufenster, öffentliche Pissoirs und Flohmärkte, die "concierges", "bouquinistes" und "clochards", kurz: "das Heer der Erniedrigten und Beleidigten im filigranen Schatten des Eifelturms". Das klassenkämpferische Pathos bleibt nach Einschätzung des Rezensenten gleichwohl "auf ein Minimum" beschränkt. "Was überwiegt", so der Rezensent, "ist der einfühlsame, niemals entblößende Blick des Berichterstatters".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.04.2005

Wer etwas sehen will, muss sich unsichtbar machen: nach diesem Motto verfuhr der sowjetische Schriftsteller Ilja Ehrenburg auch als Fotograf, so Daniel Kothenschulte. Mit einer Leica bewaffnet ging Ehrenburg in seiner Lieblingsstadt auf die Pirsch; er fotografierte das Paris der kleinen Leute, Arbeiter, Prostituierte, Clochards. Seine Aufnahmen sind "ohnegleichen" in der damaligen Fotopublizistik, schwärmt Kothenschulte und freut sich, dass der Verlag ein Faksimile des (nicht sehr gut gedruckten) Originals möglich gemacht hat. Ehrenburg betrieb keine Elendsfotografie, versichert der Rezensent, der Eindruck vereinnahmten Leids stellt sich bei ihm nicht ein. Dafür war Ehrenburg viel zu neugierig, schwärmt er, zugleich aber auch ein ernsthafter Mann, der alles Anekdotische und Pittoreske zu vermeiden suchte.

Beliebte Bücher

Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Florian Illies. Träume aus Feuer - Der Alchemist von der Pfaueninsel. Bastei Lübbe Verlag, 2026.Florian Illies: Träume aus Feuer
Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…