Aus dem Slowenischen von Erwin Köstler. Eine junge Frau ist schwanger und kann keinen Vater vorweisen; in ihrer Not erzählt sie eine phantastische Geschichte, in der der Teufel eine Rolle spielt. Eine Bauerntochter rebelliert gegen das patriarchalische System. Ein Bischof auf Visitation in den innerösterreichischen Erbländern streitet mit seinem alten Freund, einem protestantischen Grafen, über Macht und Sünde. Als er mit allen Raffinessen einen Hexenprozess anzuzetteln versucht, unterläuft das ein liberaler Bürgermeister, und ein Stadtschreiber fühlt sich zum Philosophen berufen und lässt sich nicht mehr diktieren, was er zu sagen hat. Aufklärung und Aberglaube widerstreiten im Volk, Heiligkeit und Scheinheiligkeit sind nur im Ausnahmefall voneinander zu trennen. Mojca Kumerdej führt in ihrem polyphonen historischen Roman in die Zeit der beginnenden Gegenreformation im späten 16. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2020
Rezensent Martin Lhotzky hat sich gern von der slowenischen Autorin, Philosophin und Journalistin Moojca Kumerdej in die Welt der ausgehenden Renaissancezeit entführen lassen. Erzählt wird die Geschichte des Fürstbischofs Wolfgang, der durch Österreich reist, reichlich speist, Unzucht betreibt und sich auch sonst allerhand irdische Freuden gönnt und bald auf seinen Freund, den nicht ganz so katholischen Grafen Friedrich trifft. Dieser ist zwar angewidert von Wolfgangs Verhalten, aus Angst vor einem Ketzerei-Prozess versucht er allerdings, dies vor seinem Freund in den zahlreichen Dialogen des Romans zu verschweigen, resümiert der Kritiker. Kumerdejs Roman ist ein "zorniger Aufschrei" gegen "korrupte Autoritäten", der bei allen historischen Exkursen erschreckend vertraut wirkt, staunt Lhotzky. Die mit dem Fabian-Hafner-Preis ausgezeichnete Übersetzung durch Erwin Köstler kann er gar nicht genug loben.
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