Drago Jancar

Wenn die Liebe ruht

Roman
Cover: Wenn die Liebe ruht
Carl Hanser Verlag, München 2019
ISBN 9783552059504
Gebunden, 400 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Übersetzt von Daniela Kocmut. Slowenien, Zweiter Weltkrieg: Die junge Medizinstudentin Sonja erkennt in dem SS-Offizier, den sie auf der Straße in Maribor trifft, Ludek wieder, der sie als Kind einmal beim Skifahren aus dem Schnee gezogen hat. Ludek heißt jetzt Ludwig und ist ein überzeugter Nazi. Sonja bittet ihn um Hilfe für ihren inhaftierten Freund Valentin. Für Ludwigs Hilfe zahlt Sonja einen hohen Preis. Doch Valentin, der bei den Partisanen kämpft und später im Kommunismus Karriere macht, dankt Sonja ihren Einsatz nicht. Jancar lotet  in seinem preisgekrönten Roman aus, wie weit wir bereit sind zu gehen, wie der Krieg Beziehungen neu formt und die Liebe, auch wenn das Leben weitergeht, in die Knie zwingt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 01.10.2019

Birgit Koß findet die totale Ausweglosigkeit und Resignation in Drago Jancars Geschichte aus den Jahren 1944-46 im von den Deutschen kontrollierten Königreich Jugoslawien nur schwer erträglich. Jancars genaue Beobachtung der Umstände macht die Düsternis des historischen Panoramas für Koß nur noch undurchdringlicher. Gewalt, Verrat und Machtlosigleit bestimmen laut Koß die nicht linear geführten Episoden um die Liebe zweier Menschen vor dem Hintergrund des Krieges und der Entwicklungen im Jugoslawien unter Tito. Dass der Roman keinerlei positive Veränderungen vermittelt und sogar der allwissende Erzähler resigniert, findet die Rezensentin verstörend.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.07.2019

Die Stadt Maribor in der Südsteiermark wurde nach dem Ersten Weltkrieg Slowenien zugeschlagen, die deutschsprachige Bevölkerung langsam verdrängt. Als die deutsche Wehrmacht 1941 einmarschierte, ging es wieder rückwärts. In dieser Zeit beginnt Drago Jancars Roman, erzählt Rezensent Carsten Hueck. Der junge Ludek, der jetzt wieder Ludwig heißt, soll für Sonja einen jungen Partisanen retten. Das ist der Hintergrund vor dem Jancar seine Handlungsfäden spinnt, immer überraschend, so Hueck, verschachtelt, ausgemalt - aber am Ende stößen die Protagonisten des Romans "immer auf die Härte des Daseins", die jeden Sinn im Leben zerstört. Der Rezensent bewundert das, aber es scheint ihn auch ein bisschen traurig zu machen.