Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama. Nadav Eyal reist ins kollabierte Griechenland, spricht mit deutschen Neonazis und Dürre-Opfern in Sri Lanka. Er problematisiert die sinkenden Geburtenraten bei wachsendem Wohlstand und erklärt am Beispiel seines Großvaters und zweier syrischer Jugendlicher den Wandel der Migration. Rund um den Erdball wüten dezentrale, führerlose Aufstände gegen die Idee des Fortschritts - ein breites und kompromissloses Aufbegehren gegen die Globalisierung. Eyals dramatische Gesamtschau macht klar: Wir werden kämpfen müssen, um unsere freiheitlichen Werte zu bewahren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.04.2020
Rezensentin Isabell Trommer kann Nadav Eyals Thesen nicht viel abgewinnen. Wenn der Reporter von den Krisenherden dieser Welt berichtet, folgt sie ihm noch interessiert, denn Eyal hat Bemerkenswertes erlebt und zu berichten. Aber dass er Islamismus, Nationalismus und Populismus seit 2001 zu einer Revolte der Mittelschichten gegen die seiner Ansicht nach fortschrittliche Globalisierung zusammenfügt, erscheint ihr doch etwas grob gestrickt, flott formuliert, aber auch recht vage. Belege oder genauere Anschauung vermisst die Rezensentin.
Sebastian Engelbrecht liest Nadav Eyals Nachzeichnung einer Revolte gegen die Globalisierung mit Interesse. Warum Populismus, Propaganda und Demagogie gegenwärtig gewinnen, vermag der isrealische Journalist dem Rezensenten zu vermitteln, ohne den islamischen Fundamentalismus zu bemühen. Stattdessen trifft sich der Autor mit Thüringer Neonazis, staunt Engelbrecht, und kämpft für Aufklärung und das Miteinander von Religionen und Nationen. Die Leidenschaft und Konstruktivität des Appells nimmt Engelbrecht für das Buch ein.
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