8. Auflage. Deutschland ist zum kranken Mann Europas geworden. Das Bildungssystem ist miserabel, die Wettbewerbsfähigkeit katastrophal. Die demografische Entwicklung lässt uns einknicken, die sozialen Sicherungssysteme sind marode und produzieren noch mehr Arbeitslosigkeit. Politiker, Wirtschaft und Gewerkschaften schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Wie konnte es so weit kommen? Hans-Werner Sinn gibt aufrüttelnde Antworten und zeigt in einem wegweisenden "Zehn-Punkte-Programm für die Erneuerung der Wirtschaft", was sofort getan werden muss, um Deutschland zu retten.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 17.03.2005
Auch wer Sinns wettbewerbsorientierten Ansatz nicht mag, sollte ihm trotzdem zugestehen, dass er kein langweiliger Autor ist, plädiert Ulrike Herrmann. Sinns neoliberale Abrechnung, schon seit langem ein Verkaufsschlager, liegt jetzt auch als Taschenbuch vor. Leider wurde die Neuausgabe nur oberflächlich aktualisiert, bedauert Herrmann. Wobei die offensichtliche Diskrepanz zur Gegenwart so manches Argument Sinns von alleine erledige. Zum Beispiel seien die Niederlande längst kein Land mehr, in dem Lohnmäßigung zu Wirtschaftswachstum führe. Und die ersten Erfahrungen mit den 1 Euro-Jobs widersprächen Sinns Behauptung, dass der Abstand zwischen Sozialhilfe und der niedrigsten Tarifgruppe zu gering ist und die Leute deshalb aus Faulheit lieber zu Hause bleiben. Zuimindest eine gute Seite kann Herrmann der Argumentationsweise Sinns abgewinnen: er benennt die von ihm geforderten Einschnitte klar und nimmt mögliche Gegenargumente ernst. Das könne man von den meisten Mainstream-Autoren nicht behaupten, schreibt Herrmann.
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