Aus dem Italienischen von Esther Hansen. Als Ida den Anruf erhält, sie soll nach Hause kommen, lebt sie schon seit über zwanzig Jahren nicht mehr in ihrer Heimatstadt Messina. Sie muss ihrer Mutter helfen, die Wohnung ihrer Kindheit aufzulösen - der Ort, den ihr Vater eines Morgens verließ, um nie mehr wiederzukehren. Da war Ida dreizehn, der Vater depressiv, die Mutter hilflos. Im Schweigen und gequält von Erinnerungen wächst Ida auf und verlässt Sizilien, so schnell sie kann. Nun folgt sie dem Ruf der Mutter und kehrt zurück in die Stadt zwischen zwei Meeren und in eine Vergangenheit, die sie immer noch nicht loslässt …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2020
Rezensentin Christiane Pöhlmann entgeht nicht die Hoffnung in all dem geschilderten Schmerz in Nadia Terranovas Romandebüt um eine Familie im Sog der Depression. Starke Szenen voller Schweigen und aufgesetzter Fröhlichkeit, Albträume und gestörter Körperlichkeit erlebt Pöhlmann beim Lesen. Wie die Autorin gekonnt Leerstellen setzt, die die Erzählerin und ihren übertünchten Schmerz entlarven, scheint Pöhlmann lesenswert.
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