Nadine Schneider

Drei Kilometer

Roman
Cover: Drei Kilometer
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2019
ISBN 9783990272367
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Rumänien 1989: Die Hitze ist drückend, das Getreide steht hoch, sonst würde man bis zur Grenze sehen können. Der Gedanke an Flucht liegt verlockend und quälend nahe, noch weiß niemand, was kommt und was in ein paar Monaten Geschichte sein wird. In einem Dorf im Banat, weit weg von Bukarest, dem Machtzentrum des Ceaușescu-Regimes, erlebt Anna einen Spätsommer von dramatischer und doch stiller Intensität. Sie ist hin- und hergerissen, nicht zuletzt zwischen Hans, ihrem Geliebten, und Misch, dem gemeinsamen Freund. Bei wem will sie bleiben? Mit wem will sie gehen? Und ist Hans tatsächlich ein Spitzel, wie Misch vermutet? Mit diesen Fragen bewegt sich Anna plötzlich gefährlich nahe an der Grenze zwischen Treue und Verrat. Nadine Schneider erzählt von den persönlichen Verstrickungen in einer Zeit vor dem politischen Umsturz. Und davon, was es braucht, um zu bleiben - oder was es bedeutet, sein Land zu verlassen, für sich und die, die man zurücklässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.11.2019

Rezensent Elmar Schenkel scheint gut zu gefallen, dass Nadine Schneider es nicht auf "Schockwellen" anlegt in ihrem Roman über das Ende der rumänischen Diktatur, sondern nüchtern parabolisch erzählt und beim Leser ein Gefühl des Unausweichlichen erzeugt. Wie sich die Gewissheiten langsam auflösen, der Sog der unbestimmten Freiheit einen Schwindel hervorruft und das Geplapper des Diktators und das Schweigen der Menschen sich bis zu einem gewissen Punkt ergänzen, bis Erdbeben den Umsturz ankündigen, vermittelt die Autorin laut Schenkel ohne allzu viel Lokalkolorit, sodass das Allgemeine in der im Text vorherrschenden "psychologisch-politischen" Atmosphäre sichtbar wird.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.08.2019

Für die Rezensentin Edith Ottschofski ist Nadine Schneiders Roman ein fesselndes, ein gelungenes Debüt, auch wenn die Autorin bei ihrem Blick auf eine Dreiecksbeziehung in Ceausescus Rumänien im entscheidenen Sommer 1989 mitunter etwas larmoyant das Dorfleben feiert. Gehen oder Bleiben, diese Frage stellt Schneider laut Rezensentin ins Zentrum des Geschehens, das sie mit der jugendlichen Leichtigkeit ihrer Protagonisten zu vermitteln weiß, wie die Rezensentin feststellt. Dass die prekären Lebensverhältnisse nur nebenbei deutlich werden, verzeiht Ottschofski großzügig, die in die Welt eines rumäniendeutschen Dorfes eintaucht, als wäre sie ein Teil davon.

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