Aus dem Arabischen von Markus Lemke. Wenn Terroristen in Paris in die Menge schießen und Dutzende Menschen ermorden, wenn die Tugendwächter der Französischen Revolution Tausende enthaupten lassen, um "aufklärerische Ideale" zu verwirklichen, aber auch wenn Dostojewskis "Dämonen" morden, weil ihr Nihilismus ihnen jedes moralische Empfinden raubt - was geht dann in ihnen vor? Warum machen sich Menschen zu Herren über Leben und Tod - und damit zu Gott? Auch wenn sie sich auf Gott oder ein politisches Ideal berufen, so Walis provokante These, dann gilt in Wahrheit genau das Gegenteil: Was all diese Mörder antreibt, ist die Faszination der Gewalt, das Gefühl absoluter Macht, der Wunsch, tödliche Angst zu verbreiten und das soziale Fundament des Vertrauens zu zerstören.
Ingo Arend schätzt Najem Wali als einen Schriftsteller, dessen Werk von den Erfahrungen der Gewalt und des Krieges durchdrungen ist. Er findet es auch nachvollziehbar, dass Wali in seinem Essay versucht, dem Terror die politische oder religiöse Legitimation zu nehmen. Glücklich wird er mit dem Buch dennoch nicht. Wali begreift den Terror mal als eine anthropologische Konstante, mal als nihilistische Logik, mal als Ausdruck gesellschaftlichen Scheiterns. Dass sich Wali dabei vor allem auf Robespierre und Dostojewski beruft, auf Büchner und Hemingway, macht den Essay in Arends Augen zu einer recht assoziativen "Übung in freiem Denken", aber auch "resistent gegen Empirie".
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