Aus dem Amerikanischen von Xenia Osthelder. 1861 war Roseberry das Heim der weißen Pflanzerfamilie Redd; die schwarzen Redds, durch einen illegitimen Sproß verwandt, arbeiteten hier zunächst als Sklaven, später als Hauspersonal. 1971 steht Roseberry leer, und China Redd, die fast ein halbes Jahrhundert in der Küche von Roseberry gearbeitet hat, muss, bevor sie stirbt, diese Geschichte erzählen. Sie beginnt damit, dass Ohrringe gestohlen werden und der sechsjährige Cleavis verkauft wird, und führt über Snobismus, Intrigen, den Familienfluch und all die Geschehnisse in Roseberry bis zum Tod von Coyle, dem letzten der weißen Redds.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.04.2001
Roseberry Roots, der zweite Roman von Nancy Peacock, ist eine großangelegte Familiensaga über mehrere Generationen und Jahrhunderte, erzählt Rezensentin Bernadette Conrad. Es ist die Geschichte der weißen und der schwarzen Redds, von Unterdrückern und Unterdrückten, die sich durch ein kleines, aber wichtiges Detail von anderen Erzählungen über die Sklaverei in Amerika unterscheide: Ein Paar goldene Ohrringe, die der Sklave Tom seiner Herrin entwendet, nachdem diese seinen Sohn verkauft hat, wird für die schwarzen Redds zum "Symbol für ihr heimliches Bündnis mit einer Gerechtigkeit des Lebens, die tiefer liegt als alle vordergründige Ungerechtigkeit", denn im Haus der schwarzen Redds vergraben, scheint es der Garant für gesunde Nachkommen der schwarzen Familie und Ursache zahlreicher Unglücksfälle der weißen Herrschaft zu sein. Aufgehoben werde diese geheime Ordnung erst, als der Sohn der Erzählerin die Ohrringe findet und seiner Geliebten schenkt. In dem Roman sind Ohnmacht und Erleiden die zentralen Themen, erklärt Conrad. Dabei stehe die Beschreibung im Vordergrund. In einfacher Sprache vermittelt die Autorin die Ergebenheit der schwarzen Sklaven in ihr Schicksal und seine Gesetze, resümiert die Rezensentin.
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