Aus dem Norwegischen von Stefan Pluschkat. Seit ihre Mutter gestorben ist, muss die 14-jährige Sanna dabei zusehen, wie ihr Vater immer mehr in sich selbst verschwindet. Sanna sucht Trost in der Fotografie. Die Bilder helfen dir, die Welt zu sehen, hat ihre Mutter gesagt. Auch wenn die Welt manchmal hässlich ist und die frühere beste Freundin dem Jungen näher kommt, mit dem Sanna ihre Leidenschaft teilt. Doch genau dadurch findet sie schließlich den Mut, sich der Realität zu stellen und eine eigene Perspektive zu entwickeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2021
Rezensent Steffen Gnam verfolgt in Neda Alaeis Debütroman, wie ein Teenager mit Freunden und durch die Flucht in den Zauber der fotografischen Bilder mit dem Tod der Mutter und anderen Verlusterfahrungen zurecht kommt. Dass die Autorin als Sozialarbeiterin arbeitet, ist für Gnam in den genauen Beobachtungen von Trauerarbeit, Wut und Verzweiflung spürbar, aber auch an der Kritik der Autorin an den Mechanismen, mit denen die Gesellschaft Affekte zu kontrollieren sucht, anstatt Empathie zu üben. Dem Kollaps der Figur im Buch folgt eine Art Selbstbehauptung, lesen wir bei Gnam.
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