Amina Bile, Nancy Herz, Sofia Srour

Schamlos

(Ab 12 Jahre)
Cover: Schamlos
Thienemann Verlag, Stuttgart 2019
ISBN 9783522305211
Gebunden, 168 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Maike Dörries. Mit Illustrationen von Esra Roise. Und für alle Interessierten und Toleranten, die sich mit anderen Kulturen beschäftigen wollen. Drei junge Frauen - Muslimas, Bloggerinnen, Feministinnen - beziehen Position: Wie fühlt es sich an, ständig zwischen den Erwartungen ihrer Familien, ihrer kulturellen Identität und ihrem Selbstverständnis, als Jugendliche in einem westlichen Land zu leben, hin- und hergerissen zu sein? Sie haben Diskussionen angeregt, Tabu-Themen öffentlich gemacht und zahlreiche sehr persönliche Geschichten gesammelt. Dabei ist ein bemerkenswertes Buch entstanden, ein mutiges Buch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.08.2019

Rezensentin Susan Vahabzadeh hält "Schamlos" für einen wichtigen und gelungenen Beitrag zum Thema Freiheit und Selbstbewusstsein nicht nur von Musliminnen, sondern von Frauen und Mädchen generell. In dem Buch unterhalten sich die Autorinnen Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz (alle drei norwegische Musliminnen, aber mit sehr unterschiedlichen familiären Hintergründen) über ihre jeweiligen persönlichen Erfahrungen, Einschränkungen und Ansichten als Frauen in der muslimischen Gemeinschaft, und bauen dabei auch Geschichten von anderen Frauen ein. Die Rezensentin lobt die Wahl der Gesprächsform, weil sie zur "Streitbarkeit" anrege, die für die Identitätsbildung unabdinglich sei, so Vahabzadeh. Außerdem könnten sich in den Beschreibungen von "Kontroll- und Unterdrückungsmechanismen", die die Autorinnen kritisieren, nicht nur (junge) Musliminnen, sondern auch alle anderen Frauen und Mädchen erkennen, findet die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 15.05.2019

Kim Kindermanns Kritik liest sich schon wegen der Begeisterung, mit der hier das Wort "Muslima" gebraucht wird, ein wenig unbedarft - Jüdin, Christin, Muslima, warum braucht es hier eine andere Form? Es geht in diesem Jugendbuch um das Hin- und Hergerissensein zwischen "kultureller Identität" (auch so ein Begriff), dem Blick der Mehrheitsgesellschaft und Ansprüchen der eigenen Community und Familie auf die Mädchen, informiert Kindermann. Die Kultur der "Scham", zu deren Gefangenen die Mädchen in muslimischen Kontexten oft werden, werde hier problematisiert. Kindermann macht nicht ganz klar, welche Position das Buch letztlich zu diesem Thema bezieht. Da es sich um drei Autorinnen handelt, mögen auch unterschiedliche Positionen vertreten werden. Jedenfalls empfiehlt Kindermann das Buch nicht nur Mädchen zur Lektüre.

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