Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2026
ISBN
9783462008708 Gebunden, 240 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Georg stirbt, und das schon viel zu lange. Während Ruth ihren Mann selbstvergessen zu Hause pflegt und sich darüber von ihrer fünfzehnjährigen Tochter Lea entfremdet, möchte die endlich Normalität und ungebremst ein jugendliches Leben führen. Ruth und Lea brauchen sich, driften aber immer weiter voneinander weg. Und dann passiert etwas mit Georg, mit dem keiner gerechnet hat.
Rezensentin Insa Wilke anerkennt den Versuch der Autorin Nefeli Kavouras, in ihrem Debütroman vom Sterben eines Mannes und den Mühen der Pflege zu erzählen, denen Frau und Tochter unversehens ausgesetzt sind. Die im Rückblick aus beider Perspektive erzählte Geschichte vermittelt die Entfremdung und die Veränderung im Leben von Frau und Tochter sowie ihren Schmerz und ihre Schuldgefühle überzeugend, findet Wilke. Dass der Text unter Zuhilfenahme des mythischen Verwandlungsmotivs als "surreale Fantasie" endet, gefällt Wilke hingegen weniger, weil dieser Kunstgriff bei Kavouras mitunter "klamaukig" wirkt. Den Versuch, eine literarische Darstellungsweise für das Sterben zu finden, findet Wilke aber dennoch respektabel.
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