Aus dem Amerikanischen von Thomas Überhoff. Berner Oberland, 21. Jahrhundert. Dies und das passiert, nachdem das Auto den Felsen geschrammt hat. Tiffany ist nicht mehr schwanger. Stephen fängt, na ja, den wunderbarsten Vogel überhaupt - flink, in einer Art Tarnkleid und schön -, so einen hat er zum allerersten Mal gesichtet. Und der Mauerläufer, der Mauerläufer macht: "Twii!"
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2016
Rezensent Martin Halter kommt aus der Vogel-Bildlichkeit nicht mehr heraus, beim Beschreiben seiner Lektüreindrücke mit Nell Zinks Debütroman. Das nervt, aber zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass ihm die Autorin auch allen Anlass gibt sich in ornithologischen Bildgewittern zu ergehen. Sie nimmt einen Vogelfreak zur männlichen Hauptfigur. Die weibliche Protagonistin erinnert Halter eher an Charlotte Roches Heldinnen, wenn sie von Analsex in der Küche berichtet und die Autorin skurrilen Humor aufblitzen lässt. Als witzigen Entwicklungsroman mit allerhand Betrachtungen zu Ornithologie, Dubstep, Eifersucht und mehr bezeichnet der Rezensent das Buch denn auch. Die Apercus und Metaphern färben tüchtig auf Halter ab. Den Schluss findet er enttäuschend, auch wenn das Buch ihm viel mehr ist als ein konventioneller Umwelt-, Natur- und Vogelschützer-Roman.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2016
Als "monstermeisenmäßig" durchgeknallte Vogelgroteske würdigt Rezensentin Jutta Person Nell Zinks neuen Roman "Der Mauerläufer". Ebenso rasant wie ironisch und amüsant erzähle die in Brandenburg lebende amerikanische Autorin von Vogel, Frau und Fetisch, informiert die Kritikerin, die hier mit einem Birdwatcher-Pärchen und einer Ökoterroristin durch Bern und Berlin zieht. Vor allem Berlins Hipster bekommen in dem Buch der geografisch erstaunlich gut informierten Autorin ihr Fett weg, verrät die Rezensentin, die auch mit Thomas Überhoffs sprachprächtiger Übersetzung zufrieden ist.
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