Herausgegeben von Karin und Wolfgang Gabbert, Ulrich Godeking u. a.. Lateinamerikas Gesellschaften hoffen seit Jahrzehnten auf wirtschaftliche und soziale Entwicklung, auf mehr Demokratie und Gerechtigkeit, auf weniger Gewalt, Korruption und Massenelend. Lange galt das neoliberale Modell als alternativlos, doch inzwischen melden soziale Bewegungen mit Nachdruck Protest an, und Parteien links der Mitte feiern Wahlerfolge. Das Jahrbuch Lateinamerika 29 analysiert Diskurse und Konzepte, Praxis und Chancen neuer Reformpolitiken und fragt zugleich, ob links der Mitte Kompetenz und mehrheitsfähige Politikangebote vorliegen, die zu Hoffnungen auf soziale Gerechtigkeit, politische Demokratie und wirtschaftliche Gesundung in Lateinamerika in absehbarer Zukunft berechtigen.
Auch das jüngste "Jahrbuch Lateinamerika" bietet zur Freude von Ralf Leonhard eine "spannende Lektüre". Er berichtet über linke Hoffnungsträger wie Hugo Chavez in Venezuela, Lula da Silva in Brasilien und Evo Morales in Bolivien, die eine politische Wende in Lateinamerika bewirken könnten. Dennoch ließen sich die Autorinnen und Autoren des Bandes nicht zu "euphorischen Prognosen" verleiten - trotz ihrer sicher vorhandenen Sympathien für sozialen Wandel. Für Leonhard ein Ausweis ihrer "wissenschaftlichen Redlichkeit". Neben dem Beitrag des Lateinamerikanisten Klaus Meschkat, der zu einem ausgewogenen Urteil über Hugo Chavez zu kommen versucht, hebt er Andreas Böckhs Analyse der konkreten politischen und wirtschaftspolitischen Schritte der so genannten Bolivarianischen Revolution hervor. Lobend erwähnt Leonhard zudem Dawid Danilo Bartelts Beitrag über Brasiliens Präsident Lula da Silva sowie Ingo Malchers Beitrag über Argentiniens Präsident Nestor Kirchner.
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