Nicolas Mahler zählt zu den bekanntesten Comic-Zeichnern im deutschsprachigen Raum. Dass er nicht nur ein Meister der zeichnerischen Reduktion ist, sondern sich auch mit großem Gespür der Sprache bedient, zeigt sein "dachbodenfund". Aus dem Wortschatz alter Spielzeugauktionskataloge montiert Mahler knappe Gedichte. Er schlägt aus nüchternen Beschreibungen spielerisch Funken und erzeugt mit minimalen Mitteln eine Atmosphäre von Komik und seltsamer Melancholie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2015
Andreas Platthaus rät zum Kauf von Nicolas Mahlers Gedichten. Erstens, da der Wiener Kleinverlag Luftschacht es verdient, zweitens, da Mahler nicht nur Comiczeichner von Gnaden ist, wie Platthaus erkennt, sondern auch Dichter. Im Band nun stößt Platthaus auf beides: Vignettenzeichnungen und lyrische Texte, die der Autor allerdings geklaut hat. Werbekatalogen für Auktionen entnommen hat er sie, erläutert der Rezensent, und sie mit neuem Zeilenfall versehen. Herausgekommen sind laut Platthaus "melancholische" Verse, wie der vom Zwerg Puck: "grün/gelb/roter/filzanzug/gelbe/plüschmütze/langer/weißer/bart/stark/abgeliebt".
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