Claudia fährt mit Jan in ein Wellnesshotel irgendwo im Grenzgebiet zwischen Österreich und Liechtenstein. Man hat sie zu einer literaturwissenschaftlichen Tagung eingeladen, dabei ist ihr Roman schon vor zwei Jahren erschienen und erwartungsgemäß von der Kritik ignoriert worden. Nicht mal Jan hat ihn gelesen. Sie verbringen die Tage mit merkwürdigem Sex und noch merkwürdigeren Mahlzeiten. Julius sucht seine Schwester Nora über soziale Netzwerke, er hat sie vor Jahren aus den Augen verloren, jetzt will er ihr vom Tod der Mutter berichten, die im Gefängnis unter ungeklärten Umständen verstorben ist. Nora lebt wohlstandsgelangweilt mit Karim zusammen, sie hat viel Geld mit Weinboutiquen gemacht, er mit Computerspielen. Hast du Lust ein bisschen zu schießen? fragt sie Julius. Der hätte eigentlich lieber ferngesehen ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2020
Warum der Verlag Philipp Rödings "20XX" als Roman ausgibt, ist Rezensent Martin Lhotzky ein Rätsel - und es soll nicht das einzige bleiben. Wenn der junge Autor, der Filmtheorie studierte, hier sätzeweise von Speisefolgen, Medikamenten und Weinsorten erzählt, zwischendurch ein ganzes Ensemble von Figuren auftreten lässt, perspektivisch und chronologisch springt, ohne einen Handlungsfaden zu knüpfen, verliert Lhotzky neben dem Überblick auch das Interesse. Zwischen den Schilderungen von Irak-Krieg, 11. September, Sexsklaven-Schicksalen und Selbstdiagnosen macht der Rezensent immerhin ein paar gut gezeichnete Figurenporträts aus.
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