Nikolaus Harnoncourt

Meine Familie

Cover: Meine Familie
Residenz Verlag, Salzburg 2018
ISBN 9783701734658
Gebunden, 256 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Alice Harnoncourt. Mit zahlreichen Abbildungen. Die persönliche Familienchronik der Harnoncourts. Nikolaus Harnoncourts Kindheit und Jugend war von der Not und den Folgen des Zweiten Weltkriegs, dem Erziehungscodex des adeligen Standes seiner Familie und der Liebe zur Musik geprägt. Eine Welt im Umbruch, eine Ära der politischen und gesellschaftlichen Veränderung. Um seinen Kindern und Enkeln diese Zeit näherzubringen, schrieb er seine Erinnerungen und Reflektionen in dem "Familienbuch" auf. Wie ging seine Familie mit dem ökonomischen und politischen Wandel um? Wie lebte es sich nach dem Zusammenbruch des bisher Gewesenen? Und welche Traditionen prägten die Familie Harnoncourt? Die persönlichen Aufzeichnungen von Nikolaus Harnoncourt sind eine Spurensuche in die Vergangenheit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.04.2019

Mit Bewegung nimmt Rezensentin Marianne Zelger-Vogt diesen Band zur Kenntnis, der offenbar aus Texten besteht, die der berühmte Dirigent für seine Familie schrieb. Man erfährt darin, dass er aus einer hochadliger, den Habsburgern nahestehenden Familie kommt, die mit vollem Namen Familie De la Fontaine d'Harnoncourt-Unverzagt hieß. "Unverzagt" habe er auch sein müssen, denn der Adel war für ihn selbst mehr eine Sage, so die Rezensentin. Nach dem Ersten Weltkrieg war er in Österreich abgeschafft worden, Harnoncourts Vater musste sich als Beamter verdingen, und der Sohn beschloss, mit großem Ernst "zu lernen und zu arbeiten", zwei Tätigkeiten, mit denen der Adel bekanntlich vorher nicht aufgefallen war. Es lässt sich auch über den Musiker einiges erfahren, etwa über seinen Überdruss an der Tätigkeit als Orchestermusiker und seinen Elan, mit dem Concentus musicus neue Wege zu gehen. Geholfen hat ihm hier nach eigener Auskunft seine Fähigkeit, nein zu sagen. Zelger-Vogt kann das Buch nur empfehlen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018

Jan Brachmann erfährt, wie Nikolaus Harnoncourt der wurde, der er war. Das von Alice Harnoncourt aus dem Nachlass herausgegebene Erinnerungsbuch führt ihn tief in die Genealogie der Familie Harnoncourt und zum kleinen Nikolaus, einem Schreihals und Widersacher. Nicht jedoch die Familienstammbäume machen die Lektüre für Brachmann so faszinierend, sondern die vielen Charakterschilderungen und Schicksale, die Berichte aus dem Krieg oder von Onkel Gerhard und Tante Renata, laut Brachmann Erzählungen von Ungewissheit und Treue, Kindheit, Jugend, Liebe und Schändung. Ein Reichtum, der den Rezensenten fesselt.
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