Richard Osborne

Herbert von Karajan

Leben und Werk
Cover: Herbert von Karajan
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2002
ISBN 9783552051713
Gebunden, 1053 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Mit 38 Fotos. Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer und Reinold Werner. Herbert von Karajan, genialer Dirigent, glamouröser Pultstar im Jet-Set-Milieu und Musikerdompteur in der Nachfolge Furtwänglers und Toscaninis- bis heute ist die Strahlkraft seiner Persönlichkeit ungebrochen. Aber noch immer scheiden sich die Geister an ihm: in bedingungslose Anhänger und erbitterte Gegner, die Karajans dominante Persönlichkeit und seine umstrittene Rolle im "Dritten Reich" kritisieren. Höchste Zeit also für eine Biografie, die sich ihrem Gegenstand zwar mit Sympathie, aber auch mit der gebotenen Distanz nähert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2002

Eindeutig positiv schlage bei dieser Biografie zu Buche, meint Rezensent Peter Hagmann, dass der Autor keine Rechnung mit Karajan zu begleichen habe. Ebenso positiv aber auch, dass hier - im Gegensatz zu früheren Biografien - einer kritikloser Bewunderung kein freier Lauf gelassen werde. Das Buch zeige etwa deutlich Karajans "Gier", die ihm "den Weg zum 'Generalmusikdirektor Europas' eröffnet hat", es porträtiere aber auch den Menschen Karajan, der unzugänglich und verletzlich war. Am spannungsreichsten, so der Rezensent, seien die Anfänge der Karriere erzählt - der schnelle Aufstieg des Dirigenten, seine Rivalität mit Furtwängler und die Nähe Karajans zur nationalsozialistischen Ideologie. Allerdings dokumentiere diese Biografie plausibel, dass die jüngste Annahme, Karajan sei zwei mal der NSDAP beigetreten, falsch sei. Dem Rezensenten fehlt in diesem Buch jedoch etwas entscheidendes: ein klarer Bezug zur Musik und "zur Kunst der Interpretation". Davon ist meist nur in zitierten Kritiken die Rede, die zudem "auch einseitig ausgewählt sind". Dadurch gehe einiges von der Buchqualität und von der Lebensleistung Karajans verloren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.08.2002

Rezensent Wolfgang Schreiber zeigt sich insgesamt recht beeindruckt von Richard Osbornes "monumentaler" Karajan-Biografie, die "Leben und Musik" des Dirigenten auf über tausend Seiten minuziös aufrollt. Osborne hat damit nach Ansicht Schreibers die "bisher ausführlichste, dabei historiografisch sorgfältig angelegte Auseinandersetzung" mit Karajan vorgelegt. Mehr als ein Dutzend Archive hat Osborne dazu aufgesucht, mehr als hundert Zeitzeugen befragt, weiß Schreiber. Er hebt Osbornes hohe musikalische Kompetenz hervor, bedauert aber zugleich, dass der Autor in seiner objektiv-distanzierten Haltung weitgehend darauf verzichtet, eine eigene Einschätzung von Karajans musikalischer Entwicklung und Anschauung zu geben. Zu detailliert breitet Osborne stattdessen Orte, Daten, Namen, die Fakten der Karriere Karajans aus, kritisiert der Rezensent, "nicht immer entgeht Osborne somit der Gefahr, im Meer unaufhörlicher Konzerte, Proben, Reisen, Verhandlungen, Erfolge und Streitigkeiten zu versinken".

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