Aus dem Französischen von Ursel Schäfer. Ausgehend von einer Analyse des 11. September und der Verflechtung der Attentäter mit der westlichen Zivilisation zeigt Göle, wie falsch die Ansicht ist, der Westen stehe für die Moderne und der islamische Osten für die Rückständigkeit. Nie zuvor waren sich Islam und westliche Welt so nahe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.04.2009
Lesenswert findet Rezensentin Elisabeth Kiderlen diesen Essay der in Paris lehrenden Soziologin Nilüfer Göle, der in der neuen Streitschriften-Reihe "Politik bei Wagenbach" erschienen ist, auch wenn Kiderlen zugeben muss, dass die all die Fragen, die der Islam in Europa stellt, hier nur angerissen werden. Die Rezensentin umreißt grob die Themenstellung - Kopftuch versus Säkularismus - und erklärt, dass es laut Göle nicht mehr um Assimilation gehen könne, sondern nur darum, den öffentlichen Raum zu teilen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.10.2008
Die aus der Türkei stammende und in Paris lebende Soziologin und Feministin Nilüfer Göle macht sich in ihren Biografie und Geschichte miteinander verwebenden Essays auf die Suche nach den "heterogenen Orten und Zwischenräumen" der türkischen Zivilgesellschaft, die jenseits von Laizismus und Religion auch "eine Vision für ein anderes Europa" darstellen könnte, so Ulrike Brunotte, die Autorin zitierend. Leider bleibt sie dabei hinter den in der Einleitung aufgestellten Erwartungen zurück, moniert die Rezensentin. Die abgehandelten Reflexionen über die Performanz von Selbstmordattentäterinnen oder das Verhältnis von Neo-Märtyrertum, Islamismus und Globalisierung lassen ein Defizit an originärer Forschung erkennen und wiederholen bereits bekannte Thesen, außerdem vernachlässigt die Autorin den Umgang mit Quellenangaben. Fazit: Den gut lesbaren und verständlichen Essays fehlt es an "Durcharbeitung und Präzision", so die Rezensentin.
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