1943 ist das Jahr, in dem Casablanca zum Mythos wird. Die weiße Stadt am Meer ist Zufluchtsort für die Verfolgten der Nazi-Diktatur, Namensgeberin für einen der erfolgreichsten Filme der Geschichte und Schauplatz einer Geheimkonferenz, die über den Ausgang des Zweiten Weltkriegs entscheiden wird. Norbert F. Pötzl verknüpft die dramatischen Kriegsereignisse mit der Entstehungsgeschichte des Hollywood-Klassikers und zeigt, wie sehr sich Fiktion und Realität gegenseitig beeinflusst haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2018
Wolfgang Freund möchte nicht entscheiden, ob Norbert Pötzls Versuch eines Spagats zwischen Filmberichterstattung und historischem Abriss zum Meeting zwischen Churchill und Roosevelt in Casablanca 1943 nun sinnvoll und gelungen ist oder nicht. Vor der Irritierung des Lesers aber warnt er schon mal vorsorglich, auch wenn das Buch seiner Meinung nach "flott" und dennoch detailreich geschrieben und mit Anmerkungen, Literaturverweisen und Registern auch großzügig dokumentiert ist.
Hanns-Georg Rodek lässt sich von Norbert F. Pötzl erzählen, wie die Welt ausgesehen hätte, hätte nicht Bogie in "Casablanca" gespielt, sondern Ronald Reagan. Wie der Autor den Start des Films und den Gipfel mit Roosevelt und Churchill in Casablanca gedanklich zusammenführt, scheint Rodek raffiniert. Wie eine alternative Weltgeschichte ausgesehen hätte, lässt ihn der Autor erahnen, indem er subtile Verbindungen zwischen Film und Historie herstellt. Ob "Casablanca" tatsächlich half, den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen, mag Rodek zwar nicht zu entscheiden, das Buch aber erzählt ihm Erhellendes über einen Film, über den längst alles gesagt schien.
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