Ein Wald nahe Essen: Ein verwahrloster Obdachloser liegt tot in seinem Zelt. Ein gediegenes Mietshaus in der Essener Innenstadt: Eine alte Frau wird tot in ihrer Wohnung entdeckt. Ein leer stehendes, verfallenes Krankenhaus in Bochum: Hier werden hinter einer frisch gemauerten Wand drei Leichen entdeckt, eine davon bereits skelettiert. Dass alle drei Fälle zusammenhängen, erkennen Staatsanwältin Camilla Lopez und Kriminalhauptkommissar Deniz Müller erst, als sie einen Tipp von ihrem Freund, dem Journalisten Alexander Rahn, erhalten. Zu dritt kommen sie einer Mordserie auf die Spur - während die Täter bereits ihr nächstes Opfer im Visier haben …
Einiges Lesevergnügen bereitet Norbert Jorsts Kriminalroman Rezensentin Katharina Granzin. Und zwar nicht zuletzt deshalb, weil Horst weiß worüber er schreibt, war er doch einst selbst als Polizist an der Aufklärung von Mordfällen beteiligt, was ihm Einblicke in die Untiefen menschlichen Handelns verschafft hat. Die Toten, um die es hier geht, scheinen auf den ersten Blick eines natürlichen Todes gestorben zu sein, rekonstruiert Granzin die Handlung, wobei der Kommissar Deniz Müller mithilfe der Staatsanwältin Camilla Lopez bald auf Ungereimtheiten stößt. Ein weiterer Handlungsstrang bringt einen Journalisten als dritte Hauptfigur ins Spiel, erfahren wir, und überhaupt werden die Verbindungen zwischen den Handlungssträngen erst nach und nach klar. Einzig mit der Darstellung der etwas forcierten Diversität des Figurenensembles wird die Othering vermutende Rezensentin nicht ganz glücklich. Ansonsten fühlt sie sich wohl mit diesem Buch, das nicht zuletzt dadurch glänzt, dass die Ermittlerarbeit und der Alltag der Polizisten ausgesprochen detailliert und anschaulich dargestellt wird.
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