Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner und Felix Mayer. Eric Delarue, Geschäftsführer eines Stahlwerks, wird durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt. Wer hat den attraktiven Kunstsammler, guten Ehemann, verlässlichen Chef, der sich immer für die Belange seiner Angestellten eingesetzt hat, töten wollen?Die Spur führt Bramard und Arcadipane zu einem längst vergangenen Fall: Nach einer Sportveranstaltung verschwand ein Elfjähriger. Damals geriet Delarue unter einen furchtbaren Verdacht. Und das haben manche Leute offenbar nicht vergessen ...Der internationale Krimistar Davide Longo nimmt uns mit auf eine Reise voller Atmosphäre und Geheimnis, in die Bars und Straßen des Turins der achtziger Jahre und in die piemontesische Provinz.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.07.2025
Rezensent Tobias Gohlis empfiehlt den neuen Krimi von Davide Longo um den daueralkoholisierten Ermittler Bramard. Der neue Mordfall führt den Commissario aus dem Delirium in die finstere Welt des Missbrauchs, erklärt Gohlis. Longo holt historisch weit aus bis ins Jahr 1987, legt Spuren ins politische Verbrechen und gelangt mit Bramards untrüglichem Spürsinn schließlich zu einem "ganz anderen Motivkreis". Für Gohlis ein Vergnügen, zumal der Autor nebenher auch eine reizende "desillusionierende Philosophie des Detektivischen" entwirft, wie er begeistert feststellt.
Rezensent Peter Henning hat nun schon den fünften Krimi von Davide Longo über das Ermittlerduo Bramard/Arcadipane vor sich - aber besser sind sie seiner Meinung nach nicht gworden, sondern nach wie vor langatmig und uninspiriert, wie er meint. Die "leicht somnambul wirkenden" Ermittler sollen einen Anschlag auf einen Geschäftsführer aufklären, der sich dann auch noch als pädophiler Kunstliebhaber entpuppt, seufzt Henning. Damit verwebt sich die Geschichte mit dem Fall eines vermissten Kindes, das auch Opfer der pädophilen Neigung des nun Getöteten wurde - das könnte in den Händen eines talentierteren Autors zu einer spannenden Geschichte werden, räumt der Kritiker ein, nicht aber bei Longo, der die Handlung über hunderte Seiten zieht und dehnt und für akute Langeweile sorgt. Leider nicht überzeugend, resümiert Henning.
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