Nach Monaten des bittersüßen Nichtstuns auf der philippinischen Insel Surogao steht Caruso, ehemaliger deutscher Profisurfer und Privatdetektiv, tief in der Kreide. Da kommt die schöne Spanierin sehr gelegen, die ihn beauftragt, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden. Die Insel, ein Paradies für Wellenreiter und Touristen auf Selbstsuche, ist ein heißumkämpfter Umschlagplatz für Drogen. Schnell führen seine Ermittlungen Caruso in einen Abgrund aus Gewalt und Korruption und zu mehr als einem verlorenen Sohn.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2026
Begeistert reitet Rezensentin Maria Wiesner auf der Welle dieses Krimidebüts, der einen surfenden Privatdetektiv in den Mittelpunkt stellt: Caruso lebt auf der abgelegenen, philippinischen Insel Surigao und hält sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, damit er die restliche Zeit darauf surfen kann, lesen wir. Eines Tages nimmt er das hohe Honorar einer reichen Spanierin an, die ihn auf die Suche nach ihrem verlorenen Sohn schickt, wodurch Caruso in ein Netz aus Korruption, Drogenhandel und Umweltzerstörung gezogen wird, das bisher für sein Leben auf der Insel keine Rolle gespielt hat. Wiesner schätzt den hintergründigen Humor Faßbenders, der immer wieder die sonst klassischen Handlungsbausteine eines Noir unterläuft: femme fatale, "zwielichtiger Ermittler", dunkle Vergangenheit. Vergleiche mit Hammett oder Fauser werden hier ganz offensiv herangezogen, erklärt die Kritikerin, in ihrer Tradition steht dieser Roman auch offensichtlich. Mit seiner Mischung aus sympathisch-skurrilen Figuren, politischem Kontext und klassischen Krimi-Elementen ist dieses neue "Surf Noir-Untergenre" für sie ein rundum gelungenes Werk.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.03.2026
Rezensentin Sonja Hartl liest mit "Heaven`s Gate" einen fachkundig konstruierten Hardboiled-Krimi vor tropischer Kulisse, der den Konventionen seines Genres Rechnung trägt, allerdings nicht ohne überkommene Klischees angemessen zu problematisieren. "Surf Noir" mit Humor und Gewissen so könnte man mit Hartl diese Mischung nennen, die bereits von Charlotte Armstrong oder Don Winslow erprobt wurde. Andere offensichtliche Vorbilder nennt Faßbender sogar namentlich im Text, der zur Freude Hartls nur der Auftakt sein soll zu einer ganzen Romanreihe. Caruso heißt der Ex-Profisurfer und Privatdetektiv dieser Reihe. Seine Geschichte mag altbekannt und bewährt sein. Was diesen Krimi stattdessen auszeichnet, ist die herrliche Lässigkeit - in der Lebenshaltung des Protagonisten wie in der Erzählhaltung des Autors. Sie macht diesen Roman, bei all der Gewalt, Armut und anderen systemischen Problemen, auf die Caruso während seiner Ermittlungen stößt, zu einem großen Lesevergnügen, so die begeisterte Rezensentin.
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