Notker Hammerstein stellt die Wandlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft dar: von einer unentbehrlichen Einrichtung zur Förderung der Wissenschaft in der Weimarer Republik zu einer der wichtigsten Einrichtungen der Universitäts- und Forschungspolitik der Nationalsozialisten. Darüber hinaus bietet er erstmals eine allgemeine Geschichte der NS-Wissenschaftspolitik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Als "eindringliche" Studie zur Wissenschaftsgeschichte im Nationalsozialismus schildert Roland Kany das Buch in seiner Kritik. Schon anhand der Karriere des "Turnlehrers" Rudolf Mentzel, der wissenschaftlich kaum qualifiziert, dafür aber ein überzeugter Nazi und bald der Chef der DFG war, schildere Hammerstein, wie die Nazis in der einst führenden deutschen Wissenschaft wüteten: "Die Stunde der Parteibonzen schlug". Die DFG sei unter den Nazis zum Objekt brutaler Machtkämpfe geworden und verlor einige ihrer besten Wissenschaftler, weil sie als Juden geschasst wurden. Einige Fragen lasse das Buch offen - es könne nun mal keine komplette Wissenschaftsgeschichte der Zeit liefern. Wie standen die Gelehrten zur Behandlung ihrer jüdischen Kollegen? Wie ist der Verlust der Spitzenstellung der deutschen Wissenschaft schon vor 1933 zu erklären? Kany hofft, dass Hammersteins Buch zu weiteren Forschungen anregt.
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