Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser und Alexandra Titze-Grabec. London, ein flirrend heißes Juniwochenende: Maggie ist schwanger und pleite und fürchtet die Rückkehr in die Vorstadt ihrer Kindheit. Ed jobbt als Fahrradkurier und verheimlicht seine Bisexualität. Phil ist unglücklich in seinen Mitbewohner verliebt. Als Phils Hausgemeinschaft in einer leerstehenden Lagerhalle aufgelöst wird, feiern sie, als wäre es das letzte Mal.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.05.2026
Oisin McKenna legt einen reichhaltigen und ernüchternden Roman vor, so Rezensentin Katharina Teutsch. Diese "Gefühlsgeschichte der englischen unteren Mittelschicht" dreht sich um eine Reihe von Figuren, die in London sowie einer kleinen Ortschaft nahe der Metropole leben. Unter anderem tauchen der Fahrradkurier Ed, seine Freundin Maggie, der schwule, hedonistische Phil und dessen Mutter Rosaleen auf, die ein geruhsames Vorstadtleben verbringt, allerdings oft an ihre verstorbene Schulfreundin Pauline denken muss, die einen Ausweg aus ihrem "stockkatholischen Herkunftsmilieu" suchte. In "kunstvoll verkrampften Small-talks" und "deftigen schwulen Sexszenen" porträtiert McKenna eine etwas verloren wirkende Generation von Großstadt-Milennials, die von Größerem träumen, aber vom Kapitalismus immer wieder zurückgeworfen werden. Unbeholfen stehen die Figuren ihrem eigenen Leben gegenüber, findet Teutsch, die darin einen Kommentar zur Orientierungslosigkeit des dargestellten Milieus sieht. Abschließenden Wertungen enthält sich die Besprechung, der Tenor jedoch ist positiv.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.04.2026
Rezensent Martin Wittmann erlebt in Oisin McKennas Roman ein nicht mehr ganz junges Paar in der ungeplanten Schwangerschaft. Es geht um Existenzsorgen und das unausweichliche Altwerden, den Verlust von Energie und Möglichkeiten im "erbarmungslosen" London. Existenzielles wie auch das "verdruckste Miteinander" seiner Figuren beschreibt der Autor laut Wittmann aus verschiedenen Perspektiven. Besonders stark findet der Rezensent McKennas genauen Beobachtungen zu Vierteln, Klassen und Geschlechtern der Stadt.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…