Mary Paulson-Ellis

Die andere Mrs. Walker

Roman
Cover: Die andere Mrs. Walker
Argument Verlag, Hamburg 2022
ISBN 9783867542609
Kartoniert, 488 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem britischen Englisch von Kathrin Bielfeldt. An einem kalten Wintertag in Edinburgh stirbt eine alte Frau. Sie hinterlässt ein verschüttetes Glas Whisky, ein smaragdgrünes Kleid, eine vergammelnde Mandarine und eine gravierte Paranuss. Aber keinen Hinweis darauf, wo sie herkam, wer sie war und was sie in Edinburgh gesucht hat. Margaret Penny, mit 47 gestrauchelt und ihrer Träume beraubt, soll nun im Auftrag des Amts für Verlorengegangene die Geschichte hinter diesem Leben zutage fördern. Und vielleicht fällt dabei auch für sie etwas ab …

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.06.2022

Selten liest man in Krimis von den ganz gewöhnlichen, in Armut geborenen Frauen der Zwischenkriegszeit, weiß Rezensentin Sonja Hartl. Mary Paulsen-Ellis macht sich um die Sichtbarkeit genau dieser Frauen verdient, indem sie sie als Heldinnen in ihrem Krimidebüt auftreten lässt. Unsympathische, verbitterte und manipulative Heldinnen sind dies zwar, aber dennoch Menschen, mit denen man mitfühlt und denen man "ein kleines bisschen Zufriedenheit" wünscht, so Hartl. Die Frauen, von denen Paulsen-Ellis erzählt, gehören alle zur selben Familie. Ihre Geschichten entfalten und verbinden sich auf verschiedenen Zeitebenen, wobei die verknüpfenden Motive teilweise ein wenig überbeansprucht wirken, die Verbindungen etwas zu offensichtlich, die Symbolik übertrieben, erläutert die Rezensnetin. Allerdings, so entkräftet sie ihre Kritik, steht dieser Überfülle jene kühle Selbstverständlichkeit gegenüber, mit der all die fürchterlichen Schicksale, von denen dieses Buch erzählt, die Kindstode, das Verschwinden von Eltern, Gewalt, sogar Mord in einer einzigen Familie geschehen. Diese Kombination macht die Besonderheit dieses eindrucksvollen Romans aus, so die am Ende doch recht zufriedene Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.05.2022

Rezensentin Sylvia Staude ist sich nicht sicher, ob sie hier einen Kriminalroman gelesen hat. Mary Paulson-Ellis erzählt ihre Geschichte, ohne sich groß um die Regeln und Grenzen des Genres zu kümmern. Staude bleibt dennoch am Ball, wenn sich die Protagonistin Margaret Penny im Auftrag der Stadt Edinburgh daran macht, die Familiengeschichte der verstorbenen Mrs. Walker aufzuklären, und dafür durch die Jahrzehnte mäandert. Mitunter ärgert sich die Rezensentin über die forcierte Geheimniskrämerei, doch am Ende besticht die Geschichte sie durch vielschichtige Figuren - und Wahrhaftigkeit.

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