Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2026
ISBN
9783312014040 Gebunden, 432 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Niklas Fischer. Rickie Elliot, ein sensibler und intelligenter junger Mann mit einer ausgeprägten Fantasie und literarischen Begabung, verlässt die Universität Cambridge mit dem festen Wunsch, Schriftsteller zu werden. Doch der Erfolg seiner Geschichten bleibt aus, und so beschließt er, zu heiraten, seine schriftstellerische Tätigkeit aufzugeben und Lehrer an einer mittelmäßigen öffentlichen Schule zu werden. Rickie lässt all seine Hoffnungen und Träume ziehen und versinkt in einer Welt der kleinlichen Konformität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2026
Ein vergessenes Meisterwerk ist E.M. Forsters hier erstmals auf Deutsch vorliegender Roman nicht, stellt Tobias Döring klar. Durchaus interessiert, mitunter aber auch befremdet folgt er dem Lebensweg des Protagonisten Rickie Elliot. Elliot ist einer, der im Leben keine seiner Ambitionen verwirklichen kann, er möchte Schriftsteller werden, kann aber zunächst keinen Verleger für seine Texte begeistern. Schließlich heiratet er aus unklaren Gründen und wird Lateinlehrer - ein Beruf, den er hasst. Döring vermutet, dass Elliot eine Art alter ego Forsters ist, quasi eine Warnung an sich selbst, nicht so zu enden wie die Figur seines Buches. Auch Forsters Homosexualität ist wichtig für das Buch, die Verweise werden aber nur jene verstehen, die darum wissen, glaubt der Kritiker. Warum nun ist das alles kein reines Lesevergnügen? Döring vermutet, dass Forster der Stoff zu nahe war, deshalb kommt, anders als in seinen anderen Romanen, sein Talent für Ironie nicht zur Entfaltung, stattdessen ergehe sich der Autor in einem enervierenden Plauderton. Ausgesprochen stark ist hingegen Niklas Fischers Übersetzung, stellt der Rezensent klar. Insgesamt scheint dieses Buch jedoch, legt die Besprechung dar, ein weniger bedeutendes Nebenwerk eines großen Schriftstellers zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.03.2026
Die "Fragilität der menschlichen Existenz" sieht Wolfgang Schneider in diesem Buch in Szene gesetzt, dessen Übersetzung ins Deutsche ganze 119 Jahre nach der Erstveröffentlichung stattfand. Es geht um den sensiblen, etwas schwächlichen Intellektuellen Rickie Elliot: Nachdem Gerald, eine Art sportlicher, selbstwusster und fieser Antagonist, beim Fußball tödlich verunglückt, heiratet Elliot an seiner Statt die Verlobte Agnes. Von seinen Plänen Schriftsteller zu werden, verabschiedet er sich, nimmt eine Stelle an einem Landschulheim an und "versauert dort im Eiltempo", so Schneider. Der Kritiker sieht in Rickie eine Art Alter Ego des Schriftstellers, was sich auch in gewissen "homoerotische Vibes" äußert, die etwa in der Beschreibung des Draufgängers Stephen Wonham wahrnehmbar sind, der später im Roman eine Rolle spielt. Prägnant und lustig sind die psychologischen Beobachtungen Forsters, findet Schneider, der allerdings auch einen etwas "gewöhnungsbedürftigen Pathos" feststellt. "Eigenwillig", aber empfehlenswert lautet das Urteil.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…