Der praktizierende Arzt und renommierte Wissenschaftler Ernst Haeckel veröffentlichte bereits 1862 seinen "Atlas der Radiolarien", mit dem er unvermittelt in den Kreis der führenden Naturforscher seiner Zeit aufrückte. Der Atlas war das Ergebnis zwölf Jahre andauernder Forschungen, die nicht nur in Haeckels wissenschaftlichem Interesse, sondern auch in seiner Faszination für die Schönheit der Natur begründet lagen. Seine zwischen 1899 und 1904 entstandenen "Kunstformen der Natur" eröffneten einen völlig neuartigen Kosmos der Natur-Ästhetik. Unser Buch bietet mit der Darstellung bisher unveröffentlichter Originalzeichnungen und Aquarelle erstmals einen detaillierten Überblick über das fulminante Gesamtwerk Erich Haeckels und vermittelt ein lebendiges Bild des herausragenden Wissenschaftlers und Künstlers.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2007
Entzückt zeigt sich Julia Voss von Olaf Breidbachs prächtigem Bildband "Bilderwelten der Natur", der das Werk des Zoologen und leidenschaftlichen Evolutionsverfechters Ernst Haeckel vorstellt. Neben zahllosen berückenden handgezeichneten Naturbildern - Voss schwärmt von der Fülle der "schönsten und wundervollsten Formen" - findet sie in dem Band auch Aufnahmen von Haeckels 1893 erbauter "Villa Medusa", die den Band wie ein eigenständiger Bildessay durchziehen. Sie bescheinigt Breidbach, das bildnerische Werk souverän in den kulturellen Kontext der Zeit einzuordnen und zahlreiche Bezüge herzustellen, etwa zu Alois Riegls Ornamenttheorie, zur englischen Lebensreformbewegung von William Morris oder zur Science-Fiction-Literatur eines Camille Flammarion. Lobend erwähnt sie auch die Aufnahmen der "Villa Medusa", die Haeckel komplett im Evolutionsdesign ausstattete - mit Lampen wie Seeanemonen, Truhen mit Quallenintarsien, Beistelltischchen mit Radiolarienverzierung.
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