An Universitäten wie an Stammtischen wird hitzig debattiert, ob Umwelt und Erfahrungen den Menschen prägen oder allein seine Gene. Die noch junge Wissenschaft der Epigenetik zeigt nun, dass beides zutrifft: Nicht nur die Gene werden vererbt, sondern auch die lebenswichtige Information, ob die Zelle diese Gene benutzen soll oder nicht. Die Steuerung erfolgt über biochemische Schalter, die nicht zuletzt durch die Einflüsse der Umwelt programmiert werden. Erfahrungen verändern die Hardware des Genoms. Unser Schicksal und das unserer Kinder und Enkel liegt also nicht allein in den Genen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Bernhard Kegels Buch über Epigenetik bietet nach Ansicht von Rezensent Joachim Müller-Jung einen gründlichen Einblick in diese junge Wissenschaft, die sich mit den Schnittstellen zwischen Genen, Psyche und Umwelt befasst und die biochemischen Schalter sucht, über die Psyche und Umwelt die Aktivität der Gene beeinflusst. Kegels Darstellung dieses Forschungszweigs liest sich für Müller-Jung bisweilen etwas detailliert und emphatisch. Allerdings gehe es dem Autor ja auch um eine Bekanntmachung einer "Theorie für das neue Jahrtausend" (Kegel). Müller-Jung scheint es für eine solche Einschätzung zwar noch ein wenig früh. Aber die Epigenetik könnte auch nach seiner Auffassung eines Tages eine modernisierte Evolutionstheorie abgeben. Dem Autor bescheinigt er jedenfalls das Verdienst, mit seiner Darstellung einen Beitrag zu leisten, um diese Wissenschaft auch dem Laien näher zu bringen.
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