Embryonale Stammzellforschung, Klonen, künstliche Befruchtung - all das sind Schlag- und Reizworte für die gegenwärtige Gesellschaft. Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard erklärt die Entwicklung der Biologie seit Darwin, erleichtert somit das Verständnis der biologischen Fakten, bevor sie Stellung bezieht zu den brisanten Fragen aus biologischer beziehungsweise biomedizinischer Sicht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004
Christiane Nüsslein-Volhard, ihres Zeichens Biochemikerin und Nobelpreisträgerin, hat den Rezensenten Ulrich Kühne völlig verblüfft. Denn es gelingt ihr, wie wir von Kühne erfahren, sich mit dem äußerst explosiven Forschungsfeld der Biochemie auf so "sachliche, fundierte und wahre" Weise zu beschäftigen, dass der Leser von Anfang an dem letzten, von den "Kontroversen der Bioethik" handelnden Kapitel entgegenfiebert. "Für die Tugend der Unaufgeregtheit", schreibt der Rezensent, "ist Nüsslein-Volhard bereit jede Pointe zu opfern" - und das bis zum erwähnten Schlusskapitel - um ja nicht von ihrem Vorhaben abzukommen, "zur Versachlichung der öffentlichen Debatten über Stammzellen und Embryonenforschung" beizutragen. Hier werde "keine Spannung, keine geisteswissenschaftliche Trübung der Wahrheit" zugelassen. Doch den Rezensent umtreibt, dass es sich hierbei nicht nur um eine Strategie der "Konfliktbeseitigung durch Einschläferung aller Halbgebildeten, die sich sonst zur Störung der normalen wissenschaftlichen Arbeit berufen fühlen" handeln könnte, sondern ein fast misstrauisch stimmendes Einlullen der geisteswissenschaftlich-ethischen Kritik.
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