Wir kennen sie: Männer, die ihre Gefühle nicht zeigen können - oder nicht wollen. Wenn ihre Emotionen sichtbar werden, dann oft Wut, Freude und Stolz, aber nur selten Trauer, Zweifel oder verletzliche Liebe. Frauen und Queers klagen, dass sie die emotionale Arbeit übernehmen, die Männer einander verweigern. Doch auch Männer zahlen dafür einen hohen Preis: Sie leiden unter sozialer Einsamkeit, oberflächlichen Freundschaften und überdurchschnittlich hohen Suizidraten. Warum hält sich ein so zerstörerisches System aufrecht? Brutal fragile Typen deckt die komplexen und vor allem politischen Verflechtungen von Gefühlen und Männlichkeiten auf, die uns bis heute daran hindern, emotional auf Augenhöhe zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 07.03.2026
Ole Liebls Timing ist ohne Frage perfekt: Jetzt, da Frauen sich "kulturell die Deutungshoheit" aneignen, fühlen sich junge Männer ins Abseits gedrängt, und um sich nicht rechts zu radikalisieren, sollte man ihnen dringend eine Alternative zur klassisch toxischen Männlichkeit vorstellen, ein "Angebot" machen also, das empathisch und anspruchsvoll zugleich ist, weiß Rezensent Julian Theilen. Ole Liebl macht so ein Angebot, empathisch ist er aber leider nicht dabei. So hat dieser Autor zum Beispiel und ganz offensichtlich ein Problem mit Männern, die ins Fitness-Studio gehen. Und damit wiederum hat Theilen ein Problem. Zwar macht Liebl nie ganz explizit, was ihn an den Gym-Bros so stört, aber der Rezensent weiß ja, was dieser Autor tatsächlich glaubt: Diese Gym-Bros, nämlich, stecken doch einfach nur fest in überkommenen patriarchalen Mustern. Auftrag verfehlt, lautet somit Theilens Urteil. Dass Liebl selbst gar nicht den Anspruch hat, jene "Brutal fragilen Typen" zu adressieren, sich tatsächlich und explizit vielmehr an Frauen wendet, spielt für Theilen keine wesentliche Rolle bei der Bewertung dieses Buches.
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