Sabine Hess, Ramona Lenz (Hg.)

Geschlecht und Globalisierung

Ein kulturwissenschaftlicher Streifzug durch transnationale Räume
Cover: Geschlecht und Globalisierung
Ulrike Helmer Verlag, Königstein im Taunus 2001
ISBN 9783897410893
Gebunden, 244 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Ein kulturwissenschaftlicher Streifzug durch globalisierte Lebenswelten in verschiedenen Regionen Europas. Von der deutsch-türkischen Jugendkultur in deutschen Großstädten bis hin zu Kofferhändlerinnen in Istanbul spannt sich der Bogen dieses Buches. Globalisierung wird dabei nicht vorwiegend als politökonomischer Prozess thematisiert; im Mittelpunkt stehen vielmehr alltagsweltliche Folgen für die plurikulturellen Gesellschaften und kulturelle Aspekte. Die Beiträge verknüpfen die weitgehend getrennt geführten Diskussionen um kulturelle Globalisierung und Geschlechterkonfigurationen und zeigen, wie Frauen den transnationalen Raum für ihre Zwecke nutzen, dieser aber auch neue Begrenzungen und Ungleichheiten unter Frauen produziert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.06.2002

Offiziell gibt es in bundesdeutschen Haushalten kaum noch sogenannte Dienstmädchen, inoffiziell aber jede Menge, schreibt Karin Ceballos Betancur. Die werden nämlich heute unter dem Begriff "Au-Pair-Mädchen" geführt, hat die Rezensentin dem Sammelband "Geschlecht und Globaliserung", herausgegeben von Sabine Hess und Ramona Lenz, entnommen. Die Autorinnen gehen geschlechtsspezifischen Aspekten der Globalisierung nach und stellen fest, dass sich die Arbeitsverhältnisse von Au-Pairs und Hausangestellten beispielsweise in Lateinamerika zumindest in einem Punkt nicht unterscheiden: Hier wie dort, so Ceballos Betancur, emanzipieren sich mittelständische, berufstätige Frauen auf dem Rücken von "Dienstleistungsmigrantinnen" - in Chile Chileninnen "auf Kosten" von Peruanerinnen, in Deutschland Frauen "auf Kosten" von Osteuropäerinnen. Die Herausgeberinnen, berichtet die Rezensentin, schreiben sogar von einem "neoliberalen Genderregime", das an grundlegenden Geschlechterverhältnissen trotz der Emanzipation eines Teils der Frauen letztlich nichts ändere. Diese und viele andere hier thematisierten "geschlechtsbedingten Besonderheiten der Globalisierung" helfen dabei, kritisch über eigene Selbstverständnisse nachzudenken und endlich damit anzufangen, Globalisierungskritik auch vor "der eigenen Haustür" zu betreiben, freut sich die Rezensentin.

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