Oliver Burgard greift ein Thema auf, das in der Geschichtswissenschaft oft übersehen wurde: europäische Integrationsansätze, die in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ihren Ursprung hatten. Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden vor allem in Deutschland und Frankreich europäische Organisationen, die sich für eine politische und wirtschaftliche Einigung des Kontinentes einsetzten. Der Autor zeigt, inwieweit ihre Ideen und Integrationskonzepte zwischen den Weltkriegen in die Außenpolitik der wichtigsten europäischen Regierungen einflossen. Burgard stellt die zentralen Protagonisten der Europabewegung vor und analysiert, welche Hindernisse in den zwanziger und dreißiger Jahren einer europäischen Integration im Weg standen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2001
Zwei Studien hat sich Ralph Erbar vorgenommen: Corinna Franz` Arbeit über "Fernand de Brinon und die deutsch-französischen Beziehungen 1918-1945" und Oliver Burgards "Das gemeinsame Europa - von der politischen Utopie zum außenpolitischen Programm" - eine Arbeit über pro-europäische Verbände in Deutschland und Frankreich 1924-1933.
So verständig die Besprechung uns in die Thematik der beiden Bücher einzuführen vermag, so rücksichtslos lässt uns der Rezensent leider allein, was den Zusammenhang der beiden Arbeiten betrifft. "Wo die Studie von Burgard endet", schreibt Erbar, "beginnt die Darstellung von Corinna Franz erst richtig interessant zu werden." Aha. Allerdings müssen wir selbst auf derartig magere Mitteilungen noch verzichten, wenn es um den Stil und die wissenschaftliche Aufmachung der beiden Bücher geht. Erbar verfährt hier, als spiele so etwas überhaupt keine Rolle. Der tatsächliche Informationswert der Doppelbesprechung erschöpft sich in diesen beiden Aussagen des Rezensenten: "Die deutsch-französischen Beziehungen nachhaltig zu prägen, so das Urteil der detailgenauen Studie von Franz, gelang ... de Brinon nie" - und: "Burgard (stuft) die Bedeutung der Europa-Verbände im außenpolitischen Kräftefeld der Zwischenkriegszeit als nicht gering ein".
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