Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Sie ist das bedeutendste Eisenbahnbauwerk des 20. Jahrhunderts: 4.287 Kilometer Schienenweg, 2.230 Brücken, 212 Bahnstationen, 3 Zeitzonen … Die Baikal-Amur-Magistrale verläuft nördlich der Transsibirischen Eisenbahn zwischen Taischet und dem Pazifischen Ozean. Geplant zur Erschließung Sibiriens, wurde sie in den 1920er-Jahren zu einem Monument des stalinistischen Terrors, für das Hunderttausende von Zwangsarbeitern ihr Leben ließen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Streckenteile rückgebaut, da Schienen und Schwellen für andere Eisenbahnlinien gebraucht wurden, um die Versorgung der Roten Armee zu gewährleisten. Später dann wurde die Fertigstellung der Eisenbahnlinie von der sowjetischen Propaganda als nationales Pionierprojekt verklärt, für das jeder Bürger, jeder Betrieb seinen Beitrag zu leisten hatte … Olivier Rolin unternimmt auf der Baikal-Amur-Magistrale eine Reise ins Herz von Russland. Er erzählt von der überwältigenden Natur in diesem Teil der Erde, von halb verlassenen Städten und von Menschen, die von der Geschichte vergessen wurden. Denn in der unendlichen Weite des Landes verliert sich alles, der einstige Traum von einer gerechteren Welt ebenso wie die Hoffnung auf morgen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018
Rezensent Alex Rühle findet Olivier Rolins Reisebeschreibung von der Eisenbahnlinie "Baikal-Amur" offenbar bewegend: Der 70-jährige Franzose bereisen die Fremde, um zu verstehen, warum sich Menschen von einer Utopie bis zur Grausamkeit einnehmen lassen können, erzählt er. Nun hat Rolin sich die Eisenbahnstrecke durch Sibirien, 4287 Kilometer von Krasnojarsk bis ans Ufer des Pazifiks, ausgesucht, und besichtigt die Spuren der sowjetischen Gewalt. Wie ihm dabei die karge Landschaft, Begegnungen mit den Menschen und überraschende Einblicke ihm herzzerreißende Anhaltspunkte für die Geschichte der Gulags bieten, hat den Rezensenten ebenso beeindruckt wie die große Beschreibungskunst Rolins.
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