Wenn man von Moskau aus acht Stunden in Richtung Osten fliegt, ist man immer noch in Russland. Hier, in Wladiwostok, wo Berlin eine halbe Erdumrundung entfernt ist, beginnen Katerina Poladjan und Henning Fritsch eine Abenteuerreise, die sie bis zur chinesischen Grenze führt, ins große unbekannte Land zwischen Baikalsee und Pazifik. Sie erleben das extreme Klima, lassen sich überwältigen von der Endlosigkeit der verschneiten Steppe vor den Zugfenstern der Transsibirischen Eisenbahn, tauchen ein in eine wundersame Welt hinter dem Ural, seit Jahrhunderten ein Ort der Verbannung und der Sehnsucht.
"Hinter Sibirien" ist ein ungewöhnliches Reisebuch und ein ebenso persönliches: Die gebürtige Russin Katerina Poladjan entdeckt mit ihrem deutschen Ehemann Henning Fritsch Russisch- Fernost, begegnet einer redseligen Mammutwärterin, schweigsamen Fellmützenträgern und imposanten Etagendamen, feiert den Tag der Frau mit blauem Bier und russischer Karaoke und erfüllt sich am Ende einen Traum: einmal auf dem Eis des gefrorenen Baikalsees stehen, unter sich das tiefste Binnengewässer der Erde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2017
Tim Neshitov kann das Sibirien-Abenteuer von Katerina Poladjan und Henning Fritsch nicht ernstnehmen. Das Problem liegt für Neshitov darin, dass die Autoren ihre Erlebnisse und die Suche nach familiären Wurzeln selber nicht ernstnehmen, sondern nur ein bisschen an den Oberflächen kratzen und mehr oder weniger witzige Szenen aneinanderreihen. Zwischen all den wenig überraschenden Anekdoten aus dem ostsibirischen Alltag hätte sich der Rezensent eine eingehendere Beschäftigung mit den vielen angerissenen Lebensgeschichten im Buch gewünscht. Wikipedia-Wissen und schöne Fotos allein genügen ihm nicht.
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