Aus dem Finnischen von Stefan Moster. 1679. Mitten im Atlantik, auf der Insel St. Helena, träumt der achtjährige Angus einen großen Traum: Er will in die Fußstapfen des Sternenforschers Edmond Halley treten und dessen Gehilfe im fernen London werden. Angus übt für seine Laufbahn als Wissenschaftler, indem er tagsüber Vögel zählt und nachts die Position der Sterne markiert, wie Halley es ihm bei seinem Besuch auf der Insel beigebracht hat. Als es unter dem tyrannischen Gouverneur zu Unruhen kommt, rückt die Erfüllung von Angus' Traum unverhofft näher: Mit einem geheimen Brief wird er als blinder Passagier an Bord eines Schiffes geschickt, um in England die Hilfe des geschätzten Herrn Halley zu erbitten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.06.2021
Rezensent Aldo Keel erzählt gut gelaunt den Inhalt des Romans "Die Himmelskugel" von Olli Jalonen nach. Der Autor wurde bereits zweimal mit dem renommiertesten Literaturpreis Finnlands ausgezeichnet, informiert der Rezensent. Der bekannte finnische Bildungsoptimismus werde Keel zufolge am Protagonisten, dem siebenjährigen Ich-Erzähler Angus deutlich, der nach Unruhen in seiner Heimat auf eine lebensgefährliche Reise geschickt wird, um einen Brief des Pastors an den Kometenforscher Halley, dem Vorbild von Angus zu überbringen. Ein Roman, der vor Erzählfreude und bestechender Historie sprüht, findet der Rezensent. Da verzeiht er auch gerne, dass die Umstände der Pandemie das Umsetzen der erweckten Reiselust gerade nicht ermöglichen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2021
Fridtjof Küchemann ist hellauf begeistert von dem dritten auf Deutsch zu lesenden Roman des Finnen Olli Jalonen. Es geht um den Astronomen Edmond Halley und einen auf der Insel St. Helena aufwachsenden Jungen, der in seine Fußstapfen treten möchte. Wie Jalonen das beschreibt, findet Küchemann atemberaubend, weil der Autor sowohl eine kindgerechte Sprache findet, als auch Spannung erzeugen kann, sodass der Roman zur Abenteuergeschichte wird, die auch Exkurse zur Epoche der Frühaufklärung erlaubt, zur kirchlichen Zensur und zu einer von Herrschaftsinteressen gesteuerten Wissenschaft. Das eigentlich Faszinierende aber sind für Küchemann die Sprache und der Ton, mit denen der Autor tief ins Denken seiner Figuren eintaucht.
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