Aus dem Portugiesischen von Claudia Stein. Ein Roman über das Erwachsenwerden: Der junge Erzähler gibt einen humorvollen Einblick in die kleinen Abenteuer eines Jungen in einer Stadt, die über Jahrzehnte vom Bürgerkrieg geprägt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2011
Ondjakis Roman über eine Jugend in Angola Anfang der 90er Jahre beeindruckt Fritz Göttler durch die Parallelführung zweier Erinnerungsschichten, die der Kindheit und die der kommunistischen Utopie. Dass beide etwa gleich unschuldig und hoffnungsfroh dargestellt sind, findet der Rezensent erfrischend und verweist auf die liebevolle, jedoch von Sentimentalitäten und Indoktrinationen freie Erzählweise, derer sich der 1977 geborene Autor bedient. Der Sozialismus als Abenteuer-geladene Huckleberry-Finn-Story, das lässt sich Göttler gefallen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2007
Rezensentin Sieglinde Geisel empfindet diesen autobiographisch inspirierten Roman des Autors Ondjaki über seine Kindheit in Angola als ein "ehrliches Buch" - nicht unbedingt in dem Sinne, dass es ein historisch realistisches Bild dieser vom Bürgerkrieg geplagten Zeit zeichne, sondern einfach, weil der Autor sich die Sehnsucht erlaube, mit der Menschen sich gerne ihrer Kindheit erinnern. Die leichte "Verklärung" und Übertreibung liegt deshalb in Geisels Augen in der Natur des Genre, Ondjakis Bericht sei trotzdem authentisch.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 28.09.2006
In einem autobiografisch gefärbten Roman, der sich mit den späten achtziger Jahren im Bürgerkriegsland Angola auseinandersetzt, erwartet man gewöhnlich die Schilderung schlimmster Verbrechen, vermutet die Rezensentin Birgit Dankert. Nichts davon sei jedoch in den Kindheitserinnerungen des 1977 in Angola geborenen und heute in Portugal lebenden Autors Ondjaki zu finden. Als Schelmenroman angelegt, erzählt er aus der Sicht eines privilegierten zwölfjährigen Sprosses aus einer Beamtenfamilie zwar auch von den chaotischen revolutionären Verhältnissen und grassierender Armut. Im Vordergrund steht dabei aber die Beziehung des Jungen zu seinem Freund Antonio, dem Koch der Familie, der seine Tätigkeit als aktives Mitglied des Untergrunds mit dem Leben bezahlt. Ondjaki beschreibe sehnsuchtsvoll und magisch seine verlorene Heimat und Kindheit, und finde starke Bilder für das kindliche Glück mitten im Elend, lobt die Rezensentin.
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